Schwetzingen

Naturschutzbund Fledermaus-Exkursion im Schlossgarten

Faszinierende Flugakrobaten

Archivartikel

Die Abenddämmerung taucht den Schlossgarten in ein hellrotes Licht. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe und einem sogenannten „Bat-Detektor“, der Ultraschalllaute von Fledermäusen in für Menschen hörbare Töne umwandelt, machte sich Armin Jendrysik vom Bezirksverband des Naturschutzbundes (Nabu) mit zehn Fledermaus-Begeisterten auf, um einen Blick auf die „Kobolde der Nacht“ zu erhaschen.

Der Nabu bietet regelmäßig Fledermausführungen an, die sehr beliebt sind. Diese ist die erste von drei Exkursionen in diesem Jahr. Der Schlossgarten gehört zu den schützenswertesten Gebieten für Fledermäuse in Nordbaden.

Im Mittelalter mit etwas Negativem assoziiert, üben die früher als „Flattermäuse“ bezeichneten Säugetiere heutzutage aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise und ihrer Flugkünste eine Faszination auf uns Menschen aus. „Während ein Vogel geradlinig fliegt, bewegt sich eine Fledermaus unruhig in der Luft“, erklärte Jendrysik, wie man eine Fledermaus am dämmernden Nachthimmel erkennt. Während der Abendhimmel dunkler wird, erfahren die Besucher dieser Expedition so einiges Wissenswertes. Nachdem sie aus ihrem Winterschlaf erwacht sind, lassen sich die Fledermäuse am besten in den Abendstunden bis zum Morgengrauen im April und Mai beobachten. Jendrysik warnte auch davor, sie während ihres Winterschlafes zu stören, sollte man eins ihrer Verstecke zu dieser Zeit finden. Wachen sie nämlich auf, dann verbrauchen sie viel Energie. Und ihre Kraftreserven können sie aufgrund des mangelnden Nahrungsangebots zur kalten Jahreszeit nicht auffüllen. Die in Deutschland heimischen Fledermäuse wie die Zwergfledermaus oder Breitflügel-Fledermaus bevorzugen Insekten, die sie direkt im Flug fangen oder über Wasseroberflächen. Da jedoch etliche Insekten durch Gifte (Insektizide) belastet sind, werden so auch Fledermäuse gefährdet.

Morgen weitere Führung

Bei Entengeschnatter und Vogelgezwitscher hielt die Gruppe zwischen den Bäumen am Weiher in der Nähe des Merkur-Tempels nach den Flugakrobaten Ausschau. Und da: Im hellen Schein des Mondes huschten Fledermäuse über die Köpfe hinweg. Mal eine, mal mehrere. Doch so schnell wie sie auftauchten verschwanden sie auch wieder im Dickicht der Bäume. Anhand des „Bar-Detektors“ konnten die Besucher die Laute der Fledermäuse wahrnehmen. Mit dem Gerät lässt sich sogar ausmachen, um welche Fledermausart es sich handelt. Jendrysik zufolge sind es die Zwergfledermäuse im Schlossgarten. „Es könnte sich aber auch noch um eine andere Art handeln, die nach diesen Fledermäusen ruft, sich aber nicht zeigt“, so der Experte.

Am morgigen Samstag wird wieder eine Abendexkursion angeboten, bei der die Besucher vieles über die Kobolde der Nacht erfahren und diese auch hautnah erleben dürfen. Treffpunkt ist um 20 Uhr am Haupteingang des Schlosses. Da es nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern bei der Exkursion geben kann, wird um Anmeldung unter nabu_rno@onlinehome.de gebeten. Kinder sind bei der Nachtwanderung auch willkommen. Ein kleiner Teilnehmerbeitrag von 5 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder wird erhoben. Die Exkursion fällt bei Regen aus.

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