Schwetzingen

Schwetzinger Festspiele „Trío Arbós“ im Jagdsaal

Feinsinnige Grenzgänger

Archivartikel

Was das arrivierte spanische „Trío Arbós“ mit Juan Carlos Garvayo (Klavier, Percussion), Cecilia Bercovich (Violine, Viola) und José Miguel Gòmez (Violoncello, Percussion) – im Verbund mit dem Flamencosänger Rafael de Utrera – am Dienstagabend im Jagdsaal erklingen ließ, war so bemerkenswert wie ausgefallen. Die von den Musikern des Trios arrangierten und für sie geschriebenen Werke zeitgenössischer Komponisten wie Thierry Pécou, Elena Mendoza, Jesús Torres, Aureliano Cattaneo, Bernhard Gander und Mauricio Sotelo zeichneten sich durch hochgradige Originalität aus.

Die hervorragend eingeübten Stücke deckten ein breites Spektrum zwischen zeitgenössischer Musik, Improvisation und dem traditionellen Flamenco ab. Als feinsinnige Grenzgänger profilierten sich neben der vor Einfallsreichtum strotzenden Violinistin Cecilia Bercovich der meisterhafte vielseitige Pianist Juan Carlos Garvayo und der fantasievolle, sensible Cellist José Miguel Gòmez. Eine perfekte Technik im Umgang mit ihren Instrumenten erlaubte es ihnen, tief in unterschiedlichste Klangwelten zu tauchen.

Archaische Klänge, neue Sounds

Da gab es eine große Auswahl an Klangfarben: beinahe schmerzliche Reibungen, mitreißende Töne sowie Geräuscheffekte auf allen dynamischen Stufen. Zwischen den instrumentalen zeitgenössischen Stücken wie „La tierra con los dientes“, „De dentro afuera“, „Rito“ oder „Flancing flamingo“ erklangen mit „Malagueña“, „Tientos-tangos“ und „Bulería de Jerez“ traditionelle „palos“, wie die Stile im Flamenco genannt werden. Sie erlaubten es Rafael de Utrera, einen faszinierenden Bogen von archaischen Klängen hin zu neueren Sounds zu spannen.

Auf diese Weise ließ er den herkömmlichen Flamenco an andere musikalische Landschaften anklingen, an arabisch andalusische Traditionen und jene Rhythmen, welche die Roma zwischen Indien und Spanien sammelten.

Die melancholisch-balladesken Rhythmen, denen ausgelassene folgten, sorgten für faszinierende Abwechslung. Lustvoll kostete Utrera die Polyrhythmik überschäumender Passagen aus, ordnete seine Virtuosität den expressiven Zielen unter, bravourös vom Trio und seiner Improvisationen begleitet. her

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