Schwetzingen

Wollfabrik Beim „Welde-Kaminabend“ der HG Oftersheim/Schwetzingen geht es um Mitarbeitergewinnung und Unternehmensnachfolge

„Flexibilität wird immer wichtiger“

Archivartikel

Wie gewinne ich Nachwuchs für mein Unternehmen? Wie schaffe ich es, dass mir meine Mitarbeiter treu bleiben? Und wie kann ich frühzeitig meine Nachfolge regeln? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 3. „Welde-Kamingesprächs“, zu dem die Handball-Gemeinschaft (HG) Oftersheim/Schwetzingen in die Wollfabrik einladen.

Es war der dritte Abend in der „Kamingespräch“-Reihe der HG und der best besuchteste. Das lag sicher auch an der Location, denn die Wollfabrik war schon ein besonderer Veranstaltungsort. Inhaber Joachim Schulz, selbst langjähriger Handballer und Funktionär („Handball war immer mein Leben“), präsentierte seinen Kulturtempel nach diversen Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in neuem Glanz. Er freute sich, dass er – als neuer Sponsor der HG – die Wollfabrik für diesen Abend zur Verfügung stellen konnte: „Wir verkaufen beide Emotionen – ich in der Kultur und ihr im Sport.“

Viele Gäste gekommen

Viele Sponsoren und Unterstützer sowie weitere Gäste waren der Einladung gefolgt, bei dem auch die komplette Drittligamannschaft der HG sowie das Führungsteam zugegen waren. Mit Sascha Schmitt, Leiter Geschäftsentwicklung beim HG- Bildungspartner ABB Deutschland, Henning Keber, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Process One Consulting GmbH, und Jürgen Becker, Berater für Wirtschaftsförderung mit dem Schwerpunkt Unternehmensnachfolge, standen drei kompetente Referenten und Gesprächspartner zur Verfügung. Später ergänzte noch Patrick Kutzer, Leiter der Gesundheitsförderung der AOK Rhein-Neckar-Odenwald, die Diskussionsrunde. Er verdeutlichte, dass Sport und Bewegung immer wichtiger im Berufsleben werde.

Sascha Schmitt verdeutlichte die zunehmende Digitalisierung im Berufsleben, wies aber auch auf die Veränderungen der sozialen Gesellschaft hin: „Flexibilität wird immer wichtiger.“ Auch anhand eines Films zeigte er auf, wie ABB die Jugend in den Beruf bringe und die Azubis motiviert: „Wir wollen ihnen Methoden und Persönlichkeitsentwicklung mit auf den Weg geben.“

Der gebürtige Schwetzinger Keber machte sich besonders Gedanken zu dem Thema, wie man Leute in seiner Firma halten kann und erklärte dabei die Veränderungen in der Arbeitswelt: „Oben wird gedacht, unten wird gemacht – das ist vorbei. Was ist der Sinn meiner Arbeit? Das wird immer wichtiger.“ Ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern sei essenziell, man müsse dem anderen auf Augenhöhe begegnen.

Kompetente Beratung wichtig

Jürgen Becker, zeigte die Probleme beim Thema Unternehmensnachfolge auf: Oft sei das Problem, dass Inhaber nicht loslassen könnten: „Emotionen machen 80 bis 90 Prozent aus“, erklärte er und empfahl frühzeitig an eine Nachfolge zu denken und das Thema Altersvorsorge nicht zu vergessen. Er empfahl dabei vor allem, sich dabei kompetente Beratung ins Boot zu holen.

In der anschließenden Diskussion kam aus dem Publikum auch die Feststellung auf, dass – gerade dem Handwerk – geeigneter Nachwuchs fehle. Das Problem sei, welche Qualität von der Schule komme.Interessant war auch die Feststellung von Jürgen Becker, selbst ehemaliger Fußball-Profi, dass Leistungssportler leichter zu Führungskräften aufzubauen seien: „Sie sind teamfähig, gewohnt, an ihren Fehlern zu arbeiten und sie haben Durchhaltevermögen.“ ali

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