Schwetzingen

Carl-Theodor-Schule Zwei-Personen-Stück handelt von Drogen

Florian bezahlt seine Sucht mit dem Leben

Florians Weg von „Gras zu Crystal Meth“ beschreibt ein Zwei-Personen-Stück, das der Weimarer Kultur-Express in der Aula der Carl-Theodor-Schule (CTS) aufgeführt hat. Protagonist Florian (Janning Sobotta) zeigte seinen Zuschauern zunächst, wie man es macht. Vor den Augen seiner schockierten Freundin Anne (Sonja Martens) und damit auch des Publikums drehte er einen Joint und erläuterte dabei gelassen, wie harmlos „Gras“ doch sei.

In einer weiteren Szene führte er vor, wie man an einer Bong zieht – alles ganz einfach und ungefährlich. Anne, die sich sowieso zu brav findet, macht erst mal mit, hat aber ein unbehagliches Gefühl, das sich steigert, als sie miterlebt, wie Florian immer abhängiger wird – und schließlich stirbt. „Diese Geschichte wünsche ich keinem“, sagt sie am Ende zum Publikum gerichtet.

Die Botschaft des Stückes der Autorin Katrin Heinke, das der Weimarer Kultur-Express vor mehr als 200 Schülern des Wirtschaftsgymnasiums und der Berufsfachschule aufführte, sei klar und direkt: „Cannabis, dessen Legalisierung derzeit vor allem wegen wirtschaftlicher Interessen vorangetrieben wird, ist alles andere als harmlos“, formuliert es Gabriele Dinkhauser, Lehrerin an der CTS. Die Schauspieler Janning Sobotta und Sonja Martens hätten nachvollziehbar und überzeugend gezeigt, wie man es eben nicht machen sollte.

Bei Florian werden Drogen zum Ausweg aus einem problembelasteten Leben, das er aber gerade wegen seiner Drogenabhängigkeit noch weniger im Griff hat. Er steigt aus seinem Leben aus, statt es zu ändern. Am Ende kann nur noch Crystal Meth ein kurzzeitiges Vergessen ermöglichen. Das bezahlt er zunächst mit dem Verlust seiner Freundin, die seine Sucht nicht mehr erträgt, und dann mit dem Leben.

Gespräch gestaltet sich schwierig

Nach dem Stück suchten die beiden Schauspieler das Gespräch mit den Schülern – kein einfaches Unterfangen. Die schwierige Akustik der Aula habe sich schon während der Aufführung negativ auf die Aufmerksamkeit der hinteren Reihen ausgewirkt. Hinzu sei gekommen, dass vor allem Wortmeldungen von Drogenbefürwortern kamen, die sich nach Aussage von Gabriele Dinkhauser auf ihr Halbwissen bezogen. Es gebe keine Drogentoten durch Cannabis, wurde behauptet.

Die Schauspieler hatten zwar keine Studienergebnisse mitgebracht, aber Einsichten, die auch aus Erfahrungen der Autorin im persönlichen Umfeld stammten. Ihr Stück hatte jede Verharmlosung widerlegt. dh

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