Schwetzingen

Ehrhart-Schott-Schule Sieben Jungs schnuppern beim „Boys’ Day“ in den für Männer eher untypischen Beruf des Friseurs hinein / Selbst Haarspray hergestellt

„Föhnst du noch oder stylst du schon?“

Archivartikel

Viele Jungs interessieren sich für den Beruf des Kfz-Mechatronikers oder Industriemechanikers. Im Gegensatz dazu liegt der Männeranteil im Friseurberuf bei gerade 14 Prozent. Es lohnt sich daher auch, über eher untypische Männerberufe nachzudenken. Beim „Boys’ Day“ an der Ehrhart-Schott-Schule lernten sieben Jungs den Alltag eines Friseurs kennen und erfuhren, was Hairstylisten täglich leisten.

Beim Friseur-Schnuppertag begleiteten die Jungs im Alter zwischen 12 und 14 Jahren einen Unterrichtstag lang die Schüler der einjährigen Berufsfachschule Körperpflege. Bei dieser Schulart handelt es sich um die vollschulische Ausbildung des ersten Ausbildungsjahres zum Friseurberuf.

An Stationen geübt

Um ein kreativer Friseur von morgen zu werden, übten die Gastschüler an drei verschiedenen Stationen mit Übungsköpfen: Beim „Farbauftrag – vom Ansatz bis zur Spitze“ ging es um die richtige Technik beim Haare färben. Begeistert wurden dann Flechttechniken studiert und ausprobiert. Auch beim Positionieren von Dauerwellwicklern war Fingerspitzengefühl gefragt. „Hast du den Dreh raus?“, hieß es dann bei der Schnellwickel-Challenge, bei der nicht nur Genauigkeit, sondern auch Schnelligkeit gefordert war. Sogar Schulleiter Thomas Edinger, der auf einen kurzen Besuch beim „Boys’ Day“ vorbei kam, ließ sich mitreißen und probierte selbst, einen Wickel fachmännisch ins Haar zu drehen.

Der zweite Teil des Vormittages stand unter dem Motto „Föhnst du noch oder stylst du schon?“ Die Gastschüler probierten zuerst gegenseitig die fachgerechte Wellness-Haarwäsche. Was am Medium noch recht einfach erschien, entpuppte sich beim lebendigen Waschpartner schon schwieriger, die richtige Wassertemperatur musste eingestellt, das Shampooprodukt richtig verteilt werden.

Auch das Tragen von Schutzhandschuhen, das im Rahmen des Hautschutzes für Friseure von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege vorgeschrieben wird, schien ungewohnt. Mit Tipps und Tricks stand ihnen immer ein angehender Friseur zur Seite.

Danach durften die Schnupperstylisten im Kreativteil selber mit Föhn, Haargel und Co neue Frisuren kreieren und selbst gestalterisch mit ihrem Haar tätig werden. Hier entstanden die coolen Styles des Boys-Friseur-Erlebnistages 2018.

Schließlich erhielten die „Boys- Day“-Teilnehmer noch einen Einblick in die Eigenschaften der Haare und den Aufbau der Kopfhaut. Auch damit muss sich der Friseur sehr gut auskennen. Die Jungs machten Versuche zur Reißfestigkeit von Haaren und erkannten, dass ein einziges normales, gesundes Haar genau eine Tafel Schokolade trägt, also etwa 100 Gramm. Mit dem digitalen Mikroskop konnte die Kopfhaut analysiert werden und eine eigentlich kleine Schuppe erschien in 400-facher Vergrößerung regelrecht monströs.

Am Nachmittag hieß es dann: „Stylingprodukte selbst gemacht“. Die Gastschüler stellten mit großem Eifer ihr eigenes Haarspray und Haargel her. Hier wurden die dazu notwendigen Rohstoffe kennen gelernt, gemischt, geschüttelt und gerührt. Und damit das selbst hergestellte Produkt nicht nur die Haare prima fixiert, sondern auch noch gut ausschaut und duftet, wurden die Jungs bei den Farb- und Duftmischungen sehr kreativ.

Noch Ausbildungsplätze frei

Beim Feedback waren sich alle einig: Das war ein gelungener „Boys’Day“-Friseurerlebnistag an der Ehrhart-Schott-Schule. „Es war eine gute Gelegenheit, andere Berufe kennenzulernen.“ Wer gerne Friseur werden möchte, sich für Trends und Mode interessiert, kreativ, inspirierend, offen, respektvoll und kontaktfreudig ist, der klickt einfach auf die Schulhomepage www.esss.de. Die Ehrhart-Schott-Schule bietet die duale Ausbildung zum Friseur in der Berufsschule an oder in der einjährigen Berufsfachschule Körperpflege, die schulische Vollzeitform des ersten Ausbildungsjahres Friseur.

Es gibt noch freie Plätze für das kommende Schuljahr 2018/19. Auch bei der Suche nach einem passenden Praktikums- oder Ausbildungsplatz unterstützt die Schule. epr

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