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Janina Hardung findet, Deutschland braucht mehr Papierfabriken

Was passiert mit unserem Papier, wenn wir es in die grüne Tonne werfen? Es wird verbrannt oder wiederverwertet – und zwar viel davon im Ausland. China macht als Abnehmer dicht – und bei uns wird es eng. Im Jahr 2015 nahm China laut Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) rund 30 Millionen Tonnen Altpapier ab, um es zu recyceln. Im vergangenen Jahr waren es noch zehn Millionen Tonnen. Aber China will keinen schlecht sortierten Müll mehr aus dem Ausland haben.

Es entsteht eine Krise auf dem Altpapiermarkt, unter der jetzt ganz Europa leidet. Wohin mit unserem Papier? Im Umkreis stehen nur in Mannheim und Karlsruhe Papierfabriken. Das Problem ist also vorprogrammiert. Bei der Produktion von Papier, Karton und Pappe sind wir nämlich ganz vorne dabei. Im Jahr 2017 stand Deutschland mit fast 23 Millionen Tonnen sogar auf dem vierten Platz – hinter China (116 Millionen), USA (72 Millionen) und Japan (26 Millionen). Beim Recyceln verlassen wir uns aber auf andere Länder.

640 Fabriken gibt es deutschlandweit. Das ist offensichtlich zu wenig. Nun rächt sich, dass wir unsere Probleme jahrelang weggeschoben haben. Nun müssen wir dafür sorgen, dass das Gleichgewicht wieder hergestellt wird.

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