Schwetzingen

„Aufbruch 2016“ Veröffentlichung von Robert von Loewenstern regen zum Nachdenken an / Andere Berechnungen der TU Ilmenau

Fragwürdige Reproduktionsrate nach Lockerungen

Auf der jüngsten virtuellen Sprecherratssitzung der Initiative „Aufbruch 2016“ berichtete Pressereferent Dr. Gunter Zimmermann über eine Stellungnahme des Juristen, Unternehmers und Publizisten Robert von Loewenstern, der dem für die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen verantwortlichen Robert-Koch-Institut (RKI) anikmache und Irreführung vorwirft, heißt es in einer Pressemitteilung, die Zimmermann der Redaktion zusendete.

Konkreter Anlass, so Dr. Zimmermann, sei für von Loewenstern die Pressekonferenz des Instituts gewesen, auf der erklärt worden sei, dass die oft beschworene Reproduktionsrate nach den ersten Lockerungsmaßnahmen wieder über 1 gestiegen sei, das heißt ein Infizierter habe in diesem Zeitraum mehr als einen Gesunden angesteckt. Diese Nachricht (die am Nachmittag schon wieder korrigiert worden sei) habe ein gewaltiges Echo ausgelöst, so dass das ZDF von „Zahlen, die aufhorchen lassen,“ gesprochen habe.

In Wirklichkeit, fuhr der Pressereferent fort, sei die Reproduktionsrate nach von Loewenstern „Schnee von gestern“. Sie sei keine aktuelle Zahl, sondern eine Schätzung als Ergebnis einer komplizierten mathematischen Operation. Die Mathematiker der Technischen Universität (TU) Ilmenau, die auf der Basis der Daten des RKI eigene Berechnungen zur Corona-Reproduktionsrate angestellt hätten, hätten im Unterschied zum RKI darauf hingewiesen, dass zwischen dem tatsächlichen Infektionsdatum und dem Meldedatum eine Spanne von schätzungsweise sieben Tagen liege. Die von ihnen am 28. April publizierte Zahl gebe daher den Datenstand des Vortags und damit die geschätzte Reproduktionsrate vom Montag, 20. April, wieder. Und, siehe da: „Das Resultat sah wesentlich anders aus als alles, was das RKI produziert hatte.“

Nach den Berechnungen der Ilmenauer hätte die Reproduktionsrate an diesem Tag bei 0,29 gelegen. Darüber hinaus hätte sich auch der Wochenschnitt vor dem 20. April mit Werten zwischen 0,5 und 0,6 weitaus positiver als beim RKI gezeigt. Betrüblich sei deswegen allein, dass kein einziges großes Medium in der Bundesrepublik den Zahlen des RKI andere Berechnungen auf derselben Datenbasis gegenübergestellt hätte.

Von Loewenstern, schloss Dr. Zimmermann, lasse offen, ob bei der einseitigen Corona-Berichterstattung der großen Medien übertriebene Regierungsnähe, bewusste Propaganda, schlichte Inkompetenz oder ein bisschen von allem im Spiel sei. Fakt sei auf jeden Fall, dass die Bevölkerung nicht neutral und ausgewogen unterrichtet werde. Speziell ein Ende des Zahlen-Voodoos sei nicht abzusehen, der einzig und allein die Beunruhigung der Öffentlichkeit zum Ziel habe, schließt er die Pressemitteilung ab. zg

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