Schwetzingen

Franzbrötchen und Labskaus

Archivartikel

Ein Besuch in Hamburg ist stets ein Erlebnis, ändert sich die dynamische Metropole im Norden doch tagtäglich. Architektonisch und auch kulturell tut sich so viel, dass man immer einige Zeit braucht, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Sehr lebendig ist auch das kulinarische Leben mit neuen Restaurants und Szenelokalen allerorten. Städte sind oft auch Namensträger von bestimmten Spezialitäten, wie etwa dem Wiener Schnitzel, den Nürnberger Lebkuchen oder den Frankfurter Würstchen.

Mit den „Hamburgern“ ist die Hansestadt namentlich verbunden, obwohl die Herkunft der weltweit verbreiteten Fastfood-Ikone neben einigen Bezügen zu Hamburg hauptsächlich amerikanische Wurzeln aufweist. Und natürlich soll das erste burgerähnliche Gericht sowieso vor mehr als 2000 Jahren in China erfunden worden sein.

Eindeutiger der Region zuzuordnen ist der „Hamburger Labskaus“. Das ist ein durchgestampftes Kartoffelgericht mit Rindfleisch, Rote Bete, Gurke und Spiegelei. Ursprünglich für die Matrosen auf den Segelschiffen gedacht, wurde es wegen ihrer von Skorbut geschädigten schlechten Zähne mit durch den Fleischwolf gedrehtem Pökelfleisch zubereitet. Heute kommt je nach Rezept auch frisches Rinderhackfleisch dazu.

Weil auf den Schiffen alles Brauchbare püriert wurde, gibt es kein Originalrezept und die Zubereitung „an Land“ weicht geringfügig ab. Die Hamburger Freunde machten uns aber noch mit einer anderen, bei uns im Süden kaum bekannten Hamburger Spezialität bekannt, dem „Franzbrötchen“. Dies ist nicht etwa wie in anderen Regionen ein Weck, eine Semmel oder eine Schrippe, sondern ein aus Plunderteig bestehendes und mit Zucker und Zimt gefülltes und etwas kalorienhaltiges Süßgebäck.

In Hamburg kennt das Franzbrötchen jeder, es ist Kult und wird zur Kaffee- und Teezeit und selbst zum Frühstück gereicht. Über dessen Herkunft streiten sich die Experten, möglicherweise kommt es aus der kurzen Franzosenzeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Wieder zurück aus dem Norden, denken wir jetzt darüber nach, welche weniger bekannte kurpfälzische Spezialität eine Gegenleistung für die „Nordlichter“ sein könnte.

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