Schwetzingen

Josefshaus Allgemeinmediziner Dr. Markus Roth bietet Bedürftigen kostenlose Sprechstunde an

Frühstücken mit Herrn Doktor

Als Monika das Josefshaus betritt, geht ihr Blick suchend zur gedeckten Tafel an der Fensterseite des Saales. „Sind Sie Dr. Roth?“, fragt sie den Mann im weißen Hemd, der sich bei Kaffee und belegten Brötchen gesellig mit den anderen Gästen des Bedürftigenfrühstücks unterhält. Er geht lächelnd auf sie zu und stellt sich als Dr. Markus Roth vor, fragt, wie er ihr helfen kann.

Denn an diesem Tag bietet der Schwetzinger Allgemeinmediziner beim von der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde initiierten Bedürftigenfrühstück (wir berichteten) eine kostenlose Sprechstunde an. Hier haben Menschen mit gesundheitlichen Problemen die Möglichkeit, sich ärztlichen Rat einzuholen. Denn nicht jeder in diesem Kreis, das weiß auch Dr. Markus Roth, traut sich, im Alltag medizinische Hilfe anzunehmen oder hat vielleicht keine Absicherung dahingehend. Daher sitzt er gerne in der gemütlichen Runde, unterhält sich mit den Gästen, hört zu.

Idee kommt von Gästen

Auch der evangelische Pfarrer Steffen Groß ist da. Durch das gemeinsame Essen soll ein Vertrauen aufgebaut werden, erklärt er: „Es ist uns wichtig, Wertschätzung zu vermitteln.“ Die Idee sei letztes Jahr entstanden, als Gäste des Frühstücks eine mögliche Arztsprechstunde angesprochen haben. Weil Dr. Roth selbst in der Gemeinde sehr aktiv ist, hat Groß ihn gefragt, ob er das nicht machen würde. „Wir wissen ja, dass es Bedarf gibt, und hier beim Frühstücken bietet es sich an, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und ihnen helfen zu können. So hoffe ich, dass wir damit vielleicht ein bisschen etwas erreichen können“, sagt Roth.

Monika hat von der Sprechstunde gehört und zeigt dem Arzt nun ihre rechte Hand. Sie leidet am Karpaltunnelsyndrom: „Jede Nacht wache ich auf und meine Finger sind taub“, erzählt sie etwas bedrückt. Dass sie hier die Gelegenheit hat, ihre Hand von Dr. Roth begutachten zu lassen, findet sie toll. Und nach dem vertraulichen Gespräch mit ihm setzt sie sich erleichtert zu den anderen an den Tisch, wünscht einen guten Appetit und lässt sich ebenfalls das Frühstück schmecken.

„Ich war gespannt, wie stark die Sprechstunde genutzt wird. Dass wir sie anbieten, ist das Wichtigste“, sagt Roth. Und auch wenn diesmal nicht viele zu ihm kamen, ist es doch ein schönes und sinnvolles Angebot.

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