Schwetzingen

Kinderförderfonds Caritas und Diakonie wollen Mädchen und Jungen vor Ort helfen / Nur tragbare Kleidung spenden

Für den Traum einer Fußballkarriere

Region.Ein Ehepaar hat eine elfjährige Tochter. Die Familie bekommt Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Das Mädchen spielt seit Jahren begeistert Fußball im Verein – irgendwann will sie Profifußballerin werden. Doch die Mitgliedschaft kann sich die Familie nicht mehr leisten. Der Zuschuss des Kinderförderfonds hat dies jetzt dem elfjährigen Mädchen ermöglicht.

Das ist ein konkretes Beispiel aus einer jungen Familie, bei der die Hilfe des Kinderförderfonds südliche Kurpfalz von Caritas und Diakonie wirklich etwas bewegt hat. Insbesondere Kindern in der Region will der Fonds durch finanzielle Unterstützung ein Stück mehr Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen.

Auch beratend tätig

Deshalb haben die Verantwortlichen, die Leiterin des Diakonischen Werkes, Ursula Igel, und die Geschäftsführerin des Caritasverbandes, Susanne Rohfleisch, die Schirmherren, den Wieslocher Oberbürgermeister Dirk Elkemann und seine Kollegen Hans D. Reinwald aus Leimen, Dr. René Pöltl aus Schwetzingen, Marcus Zeitler aus Hockenheim sowie Dekanin Annemarie Steinebrunner und Dekan Jürgen Grabetz informiert, wie sich der Fonds entwickelt und welche inhaltlichen Schwerpunkte künftig gesetzt werden. „Unser Ziel ist es, nicht in die Ferne zu schauen, sondern vor Ort die Mängel bei Kindern und Familien zu sehen und zu helfen“, erklärt Susanne Rohfleisch.

Außerdem bieten sie eine umfassende Hilfe – sie unterstützen nicht nur finanziell, auch beratend sind sie in der Familienhilfe tätig. „Kurzfristig und schnell“ soll die Hilfe kommen und auch die Bereiche Sport und Kultur abdecken. In Deutschland seien arme Kinder in einem reichen Land. Nach Angaben des Paritätischen Armutsberichts leben in der Bundesrepublik 21 Prozent der Kinder dauerhaft oder wiederkehrend in Armut. Häufig schämen sich die Betroffenen, nach Hilfe zu fragen, erklärt Ursula Igel. Deshalb spricht der Fonds beispielsweise Kindergartenleiter an, „die kennen ja ihre Familien und auch die Kinder“. Gebraucht wird viel: „Der hohe Anteil an Bekleidung hat mich überrascht. Mit 56 Zuwendungen steht dieser Bereich auf dem ersten Platz der Förderung. Die Bedürftigen haben eben keine reichen Großeltern oder Nachbarn, die ihnen Kleidung schenken“, sagt Igel.

Zahlen zeigen den Bedarf nicht

Trotzdem rufe sie dazu auf, dass nur tragbare Kleidung gespendet werden sollte. „Denn auch die Betroffenen brauchen Schuhe und Jacken, mit denen sie auf die Straße können.“ Seit 2009 habe der Kinderförderfonds 208 202 Euro eingenommen und 161 481 Euro ausgereicht. Allerdings können die Einnahmen und Ausgaben keine konkrete Aussage über den Bedarf machen. „Wenn mehr Geld gespendet wird, können wir mehr Menschen unterstützen“, sagt Ursula Igel. nina

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