Schwetzingen

Nordstadthalle Integrationsbeauftragter Markus Wallenwein lädt zu besonderem Turnier ein / Sport bietet Raum zur Begegnung

Fußball wird zur Brücke

Ja, es gibt die schlechten Nachrichten. Gerade in Sachen Flucht und Migration nehmen sie einen beachtlichen Teil der öffentlichen Wahrnehmung ein. Dabei drohen die guten Nachrichten unter den Tisch zu fallen. Doch es gibt sie, beispielsweise das internationale Fußballturnier am vergangenen Wochenende in der Nordstadthalle.

Der Integrationsbeauftragte Markus Wallenwein organisierte das erste kurfürstliche Turnier und erreichte damit weit mehr als nur einen spaßig-sportlichen Nachmittag für die Spieler aus Deutschland, Gambia, Kamerun, Afghanistan und Somalia. Denn der Fußball bot Raum für Begegnung, und in den Augen Wallenweins ist in Sachen Integration nichts wichtiger als die Begegnung. Natürlich verband sich mit dem Turnier keine fertige Brücke in die Mitte der Gesellschaft, aber ein paar wichtige Steine für diese Brücke waren es schon.

Spaß steht im Mittelpunkt

Das Spielniveau war hoch. Die Jungs aus dem Atlanta, so der Kapitän der „FC Schwetzingen 2002“ Mannschaft, Michael Schuhmann, „spielen super“. Und tatsächlich begegneten sich die Teams hier auf Augenhöhe. Dabei fiel auf, dass es bei aller Leidenschaft nicht letztendlich um das Gewinnen ging. Ousman Leesay aus Gambia erklärte, dass im Fußball das Gemeinsame das eigentlich Schöne sei: „Richtig toll ist ein Fußballspiel, wenn beide Seiten zaubern.“ Selbst konnte er nicht mitspielen. Eine Verletzung zwang den jungen Mann, der bei der MVV gerade eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik absolviert, in die Schiedsrichterrolle. Eine Rolle, die er übrigens ebenfalls mit Bravour meisterte. Genau wie für Wallenwein findet sich aber auch für ihn das Entscheidende dieser Begegnung im philosophischen Überbau. Mit dem Spiel gelängen die ersten Schritte hin zum anderen. Daraus könne dann etwas Gemeinsames entstehen. Und das sei doch das, worum es gehe. Sätze, die Schuhmann unterstrich. „Auch wir müssen einen Teil mit dazu beitragen, dass das mit dem Miteinander einigermaßen klappt.“

So war es für ihn und seine Mannschaftskollegen auch keine Frage an dem kleinen Turnier teilzunehmen. „Ist ja auch eine Gaudi.“ Eine Einschätzung, die hier quer durch die Reihen geteilt wurde. Die Stimmung auf dem Feld war genau wie auf den Rängen jedenfalls super. Der Sport scheint schon ein ziemlich genialer Brückenbauer zu sein. Und eine wunderbare Abwechslung. Mohammed Marga, ebenfalls aus Gambia, freut sich jedenfalls sehr über die Gelegenheit, Fußball zu spielen. Im Atlanta sei nicht so viel Abwechslung geboten, so dass dieses Turnier gerade recht komme: „Hoffentlich wird aus dem Turnier eine Serie.“ Wenn es dann im Herbst mit dem Ausbildungsplatz in St. Leon-Rot als Anlagemechaniker klappt, wäre die Welt perfekt. Ein Satz, der für diese paar Stunden hier in der Nordstadthalle für alle passte.

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