Schwetzingen

Geschäftsleben Weil viele Bürger Zählerstände online übermitteln, gibt’s ein Projekt für die Kinder

Fynn freut sich auf das Rollerfahren

Es gibt Momente, da fügt sich alles. Das Unternehmen „Netze BW“ motiviert seine Kunden, die Zählerstände nicht mehr per Postkarte, sondern online zu übermitteln. Das eingesparte Porto soll in die jeweilige Kommune zurückfließen und am Ende stehen 28 Roller vor der Südstadtschule und der achtjährige Fynn flitzt mit einem davon glückstrahlend über den Pausenhof. „Rollern ist einfach super“, so sein kurzes aber glaubhaftes Credo.

Auch „Netze BW“ Geschäftsführer Bodo Moray zeigte sich sichtlich zufrieden. Es sei ein Projekt, das nur Gewinner kenne. Denn dem Unternehmen helfe die digitale Zählerstandübermittlung, effizienter zu werden, der Natur werde mit weniger Papierverbrauch und dem erübrigten Transport der Postkarten geholfen und die Kommune profitiere. Ein Dreiklang, so Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, der sich wahrlich sehen lassen könne. Vielleicht, so hoffte er, erleben Schüler und auch die Eltern diese Art der Fortbewegung als Alternative zur morgendlichen Autofahrt in die Schule. „Wäre ein schöner Nebeneffekt.“

Motorik stärken

Die Aktion unterstreicht übrigens einmal mehr den Satz vom Kleinvieh, das ebenfalls Mist mache. Ergaben die Portoeinsparungen doch einen Gesamtbetrag von knapp über 2562 Euro. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass es nur Portogeld ist. Und, dass mit dem Geld das Rollerprojekt unterstützt wird, welches übrigens federführend der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) trägt, findet Pöltl richtig gut. Würden die Tretroller doch die Motorik der Kinder weiter stärken und den späteren Umstieg auf das Fahrrad erleichtern. Auch der Verkehrspädagoge Daniel Fehmer betonte diesen Aspekt. Die Tretroller seien als Einstieg in die Mobilität ideal, weil die Kinder dabei das Gleichgewicht spielerisch trainierten und auch lernen könnten, Stürze besser abzufangen. Eine Sicht, die auch die Lehrerin Sabine Kanapp teilte. Und darüber hinaus seien die Rollerstunden für die Schüler mit die besten Schulstunden. Eine Behauptung, die sich auf dem Pausenhof schnell bestätigte. Bei den Kindern kamen die Roller richtig gut an.

Trotzdem müssen die Schüler jetzt noch einige Zeit warten. Denn im Winter pausiert das Rollerprojekt. Im kommenden März kommen sie für vier Wochen zum Einsatz. Nach Ablauf der vier Wochen bringen die Südstadt-Grundschüler die Tretroller übrigens selbst zur nächsten Schule.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional