Schwetzingen

Geschäftsleben Tipps von Experte Ralf Grothe für den Frühlingsanfang rings ums Eigenheim / Stauden und Gehölze schneiden / Gras erst mal wachsen lassen

Gartenarbeit entspannt und macht Laune

Ab in den Garten – der Winter hat sich nochmals mit kaltem Wind und niedrigen Temperaturen aufgebäumt, liegt aber eindeutig in den letzten Zügen. Es wird Zeit, die neue Gartensaison anzugehen. Gartengestalter Ralf Grothe aus Schwetzingen gibt einen Überblick über Arbeiten, die jetzt anstehen. Es gibt einiges zu tun. Rasen, Stauden, Gehölze, Boden: Sie alle brauchen im Frühjahr Aufmerksamkeit. Zum Glück aber nicht alle gleichzeitig. Sonst könnte der Start ins Gartenjahr schnell stressig werden. Eine frühzeitige Planung – am besten mit professioneller Unterstützung – hilft, den Überblick zu behalten und alle Gartenbereiche zum richtigen Zeitpunkt aus der Winterruhe zu holen. Aber frostfrei sollte es sein.

„Stauden sind mit die ersten, um die man sich zum Start ins neue Gartenjahr kümmern sollte“, erklärt Ralf Grothe, der Mitglied der Organisation „Gärtner von Eden“ ist. Wer sich im Herbst an die Maßgabe gehalten hat, sie nur auszuputzen, damit die dekorativen Pflanzenteile den Garten im Winter noch ein wenig lebendiger erscheinen und gleichzeitig Insekten und Vögeln als Nahrung oder Winterquartier dienen konnten, muss nun Hand anlegen. „Jetzt steht der kräftige Rückschnitt an, damit die Pflanzen gut durchtreiben können“, so der Gartenprofi. „Auch das Teilen von Stauden, um sie zu vermehren oder zu mehr Blühfreude anzuregen, ist eine klassische Aufgabe für das zeitige Frühjahr.“

Sobald die Zeit des Austriebs da ist, sollten Gartenbesitzer außerdem nachschauen, ob all ihre Pflanzen den Winter überstanden haben. Abgestorbenes sollte ersetzt werden – nicht nur wegen der Ästhetik, sondern auch um zu verhindern, dass sich auf freien Flächen Unkräuter ansiedeln. Überhaupt ist jetzt eine gute Zeit zum Pflanzen: Gehölze, ob als Solitäre oder Hecken, können jetzt in die Erde. Je früher sie im Garten platziert werden, desto mehr Zeit haben sie, sich zu akklimatisieren, bevor die Vegetation durchstartet.

Der Schnitt vom Profi

Noch vor den Stauden sind beim Rückschnitt die Gehölze an der Reihe und dabei sollte man unbedingt auf professionelles Know-how zurückgreifen, rät Ralf Grothe dringend: „Wer selbst schneidet, spart am falschen Ende. Denn verlieren Gehölze durch unsachgemäßen Rückschnitt ihre Form, ist das nur schwer zu korrigieren oder sie müssen sogar ganz ersetzt werden.“ Wann welches Gehölz im Garten geschnitten werden darf, hängt von den Blühzeitpunkten ab. Frühjahrsblüher wie Flieder sind erst nach der Blüte dran, sommerblühende Arten wie Rosen oder Buddleia schon im Frühjahr, und da auch gern großzügig: „Die Hälfte bis zwei Drittel der Pflanze dürfen gekappt werden. Das fördert einen kräftigen Neuaustrieb“, erklärt der Gartenexperte.

Auch den Gartenboden sollte man sich jetzt nach dem Winter vornehmen. Verdichteter Pflanzgrund sollte aufgelockert werden, um mehr Feuchtigkeit, Nährstoffe und Sauerstoff Richtung Wurzeln bringen zu können. Apropos Nährstoffe: Auch eine Düngergabe, abgestimmt auf den Bedarf der jeweiligen Pflanze, gehört auf die gärtnerische To-do-Liste fürs Frühjahr.

„Irgendwann ist dann auch der Rasen dran“, erklärt Gartengestalter Grothe. „Aber der startet vergleichsweise spät in die Saison und darf erst einmal wachsen, bevor es an die Pflege geht.“ Erst wenn die Bodentemperatur verlässlich bei mindestens zehn Grad liegt, setzt das Wachstum der Graspflanzen wieder ein. Zur Frühjahrskur für den Rasen gehört das Vertikutieren. Dabei wird die Grasnarbe mit eng nebeneinander liegenden Klingen millimetertief eingeritzt. So werden Rasenfilz und Moose aus dem Rasen entfernt, der Boden belüftet und die Gräser durch das Anschneiden der Wurzeln zu stärkerem Wachstum angeregt. Kahle Stellen werden mit der passenden Samenmischung nachgesät, mineralischer Dünger liefert kurzfristig Nährstoffe und schiebt so das Wachstum an.

Blick aufs Thermometer

Der vergleichsweise milde Winter hat vielerorts dazu geführt, dass Pflanzen frühzeitig austreiben. Diese jungen Triebe sind sehr anfällig für Spätfröste, die es noch bis in den Mai hinein geben kann. „Sind noch einmal Temperaturen deutlich unter null Grad angekündigt, sollte man, wo möglich, die zarten Triebe schützen, etwa mit einem Pflanzenvlies“, rät Ralf Grothe.

Zur Frühjahrskur für den Garten gehört nicht nur die Starthilfe für Stauden, Gehölze und Co. Die ganz frühen Gartenbewohner wie Tulpen und Narzissen haben jetzt ihre große Zeit schon fast hinter sich, doch erst wenn ihr Grün ganz verwelkt ist, darf es aus dem Boden gezogen werden. Denn während nach der Blüte oberirdisch nur noch das Laub zu sehen ist, wird im Boden bereits die neue Zwiebel angelegt. Der Tipp vom Profi: „In dieser Zeit sollten Zwiebelpflanzen gedüngt werden, damit sie ihrer Aufgabe als Vorboten des Frühlings auch im nächsten Jahr wieder gerecht werden können.“

Natürlich verlangen auch die baulichen Elemente eines Gartens nach dem Winter nach Zuwendung: Bei Teich und Pool braucht die Pumpen- und Filtertechnik einen Check, auch die Wasserqualität sollte kontrolliert werden. Terrassen und Wege verlangen nach einer gründlichen Reinigung „Bitte ohne Hochdruckreiniger“, mahnt Gartenexperte Ralf Grothe. „Denn der greift die Materialien zu sehr an.“

Klingt nach einer Menge Arbeit, doch wenn die getan ist, steht einer wunderbaren Gartensaison allenfalls noch das Wetter im Wege. zg

Info: Wer Hilfe braucht und sich weiter informieren will, wendet sich an www.gartengestaltung-grothe.de/hochwertige-gartengestaltung-gartenpflege-in-baden-wuerttemberg.html

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