Schwetzingen

Die Linke Besuch in der Synagoge in Heidelberg als deutliches Zeichen / Rabbiner erläutert Besuchern jüdische Bräuche

„Gemeinsam gegen den Tabubruch“

Heidelberg/Schwetzingen.Einige Mitglieder des Schwetzinger Ortsverbandes der Linken haben sich vor der neuen Synagoge in Heidelberg getroffen. Anlass war eine Führung und ein Gespräch mit Rabbiner Pawelczyk-Kissin. Den Bildungs- und Solidaritätsbesuch hatten die Linken bereits unmittelbar nach dem Attentat von Halle mit dem Rabbinat vereinbart, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Bevor es aber in die Räume der jüdischen Gemeinde ging, traten die Besucher vor der Synagoge noch zu einem Gruppenfoto zusammen. Damit sollte zugleich ein Zeichen gesetzt werden, sich jederzeit konsequent für eine demokratische Vielfaltsgesellschaft einzusetzen, heißt es weiter. Auf den Schildern, die sie hielten, war zu lesen: „Gemeinsam gegen den Antisemitismus! Gemeinsam gegen den Tabubruch! Gemeinsam gegen den Faschismus! Gemeinsam für die demokratische Gesellschaft!“ Der Rabbi führte die Gruppe dann zunächst durch die Ausstellung im Foyer, wobei es unter anderem um die Verlegung der sogenannten Stolpersteine ging, keine in den Boden eingelassene Gedenktafeln. Sie erinnern in vielen Gemeinden der Region an das jüdische Leben. Außerdem war die Übergabe des Schwetzinger Thora-Fragments an die jüdische Einheitsgemeinde Thema, die Thora wurde in der „Reichskristallnacht“ schwer beschädigt. Dieses Fragment soll künftig Teil der Ausstellung im jüdischen Gemeindezentrum werden.

Während der Führung durch die Räume der Synagoge erklärte der Rabbi anschaulich jüdische Bräuche und erzählte vom heutigen jüdischen Leben. „Der Abend war nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam. Ich könnte Ihnen noch stundenlang zuhören“, kommentierte der Schwetzinger Stadtrat Werner Zieger.

Am Ende herrschte Einigkeit: Der Besuch war für beide Seiten eine Bereicherung. Gerade in Zeiten, in denen bestimmte Kräfte wieder mit antisemitischen, rassistischen und anderweitig menschenverachtenden Ideologien die Gesellschaft zu spalten versuchen, sei es wichtig, miteinander im Austausch zu stehen, heißt es seitens der Linken. zg

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