Schwetzingen

Geschäftsleben Europaweite Ausschreibung erzielt deutlich günstigeren Bündelpreis für Klärschlamm

Gemeinsamkeit spart Geld

Kreis.Die Remondis Aqua Stoffstrom GmbH hat sich einer europaweiten Ausschreibung gegenüber dem Wettbewerb durchsetzen können und ist künftig Partnerin für den Transport und die thermische Verwertung von Klärschlämmen aus kommunalen Kläranlagen im Rhein-Neckar-Kreis. Aus der Ausschreibung der Rhein-Neckar-Phosphor-Recycling GmbH ist das Unternehmen als wirtschaftlichster Bieter hervorgegangen. Die AVR als Muttergesellschaft arbeitet auch in anderen Bereichen schon mit Remondis zusammen. Die jährlich anfallende Klärschlammmenge von mindestens 30 000 Tonnen und mehr als 750 000 Einwohnerwerten war als Gesamtlos ausgeschrieben, die erzielten Konditionen liegen über zehn Prozent unterm Durchschnittsniveau des Marktpreises.

Die Remondis Aqua Stoffstrom GmbH ist laut Pressemitteilung der AVR den Kommunen und Verbänden der Wasser- und Abwasserwirtschaft seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner und gelte als Spezialist auf dem Gebiet der Klärschlammverwertung in Deutschland und dem benachbarten Ausland. „Von der Wassergewinnung bis zur Abwasserentsorgung ist es unser kreislaufwirtschaftliches Ziel, natürliche Ressourcen durch bestmögliches Stoffstrommanagement zu schonen. Mit der Entwicklung innovativer Verfahren helfen wir Ressourcen zu schonen und wichtige Rohstoffe in den Kreislauf zurückzuführen“, sagt Geschäftsführer Ralf Czarnecki und sieht in der bis 2030 verlängerbaren Partnerschaft die Basis für weitere Entwicklungspotenziale.

Phosphor als Ressource nutzen

Für Thomas Brümmer von der AVR ist der Tag der Vertragsunterzeichnung ein besonderer, weil dadurch die wirtschaftliche Bedeutung des Zusammenschlusses kommunaler Kläranlagenbetreiber sichtbar wird. „Bisher war jede Kommune selbst dafür verantwortlich, ihr Abwasser zu klären, entweder in Form eines Abwasserzweckverbandes oder als kommunaler Eigenbetrieb. Mit dem Zusammenschluss zur Rhein-Neckar-Phosphor-Recycling GmbH ist ein Auftraggeber entstanden, der aufgrund der gebündelten Klärschlammmenge bessere Konditionen erzielen kann als jeder Einzelne, was das Ergebnis der Ausschreibung verdeutlicht“, so Brümmer.

„Neben den finanziellen Vorteilen war die Entsorgungssicherheit ein wesentlicher Beweggrund für den Zusammenschluss der Kläranlagenbetreiber. Zukünftig wird es auch verstärkt darum gehen, die angeschlossenen Kläranlagenbetreiber fachmännisch zu beraten und zu unterstützen, um die neue Klärschlammverordnung, die ab 2029 zum Phosphor-Recycling verpflichtet, effektiv und gesetzeskonform umzusetzen“, so Brümmer weiter.

2016 hatte der Rhein-Neckar-Kreis das Thema Phosphor-Recycling in seine strategischen Ziele aufgenommen und die AVR UmweltService GmbH als kreiseigene Tochter mit der Erarbeitung einer Konzeption beauftragt. AVR-Chef Peter Mülbaier sieht neben dem ökonomischen Aspekt noch weitere Vorteile. „Phosphor wird hauptsächlich als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt, Deutschland ist in diesem Bereich mehr oder weniger komplett von Importen abhängig. Klärschlämme enthalten große Mengen an Phosphor. Also kann künftig mit der regionalen und weitergehend mit der nationalen Rückgewinnung dieser Ressource ein bedeutender Anteil des hiesigen Bedarfes gedeckt und die Importabhängigkeiten entsprechend verringert werden“, so Peter Mülbaier. zg

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