Schwetzingen

Schlossgarten Mitarbeiter haben mit dem Florwechsel begonnen / Beete bekommen neue Setzlinge und werden so fit für den Sommer gemacht

Gepflanzt wird wie auf dem Schachbrett

Die Zeit der bunten Frühjahrsblüher geht zu Ende: Im Schlossgarten werden die ornamentalen Beete im großen Kreisparterre direkt beim Schloss jetzt neu bepflanzt. Bis alles wieder vielfarbig strahlt, müssen aber erst noch die Eisheiligen ins Land gehen. Eine farbenfrohe Pracht gibt’s trotzdem zu bewundern: Im Landschaftsgarten stehen die „Schneebälle“ und Rosskastanien in voller Blüte.

In dieser Woche haben die Schlossgärtner mit dem Florwechsel begonnen, um die dekorativen Beete im berühmten barocken Kreisparterre für den Sommer vorzubereiten. Alle Mitarbeiter der Schlossgärtnerei werden drei Wochen beschäftigt sein, um die vielfarbige Bepflanzung herzustellen. „Dafür brauchen wir optimale Wetterbedingungen“, erklärt Sandra Moritz, die Leiterin der Schlossverwaltung. Auf einer Länge von 880 Metern und einer Breite von zwei Metern werden die Beete jetzt abgeräumt und neu bepflanzt. Etwa 20 000 Pflanzen, herangezogen in der betriebseigenen Gärtnerei im Schlossgarten Schwetzingen, wachsen dann den Sommer über auf den insgesamt 1760 Quadratmetern der Beete.

Mit Bodenfrost zu kämpfen

Der in diesem Jahr recht spät erblühte Frühjahrsflor in den Parterrebeeten hatte mit dem Bodenfrost dieses Winters zu kämpfen und war daher zwei bis drei Wochen in seinem Wachstum zurück, was durch die sehr warmen Tage im April wieder aufgeholt werden konnte. Rund 36 000 Stück krautige Frühjahrsblüher waren im Oktober akkurat nach historischem Vorbild in die Beete gepflanzt worden: Hornveilchen, Tausendschönchen, Vergissmeinnicht, Schlüsselblumen, Frühjahrs-Gemswurz, Mondviole und Greiskraut. Nun wird die Frühjahrspflanzung komplett abgeräumt, um den Florwechsel vorzunehmen. Trostlos wird der Schlossgarten dennoch nicht wirken, denn prächtig blühende Pflanzen gibt es auch jetzt: Bis Ende Mai sind noch der Bärlauch mit seinen weißen Blütendolden, die Schwertlilien in den Rabatten des Orangeriegartens sowie die Rosskastanien und die wunderschönen Schneebälle (Viburnum) im Arboretum zu bewundern.

Nach exaktem Plan

Gepflanzt wird in den Rabatten nach einem exakten Plan: Wie auf einem Schachbrett wechseln die Sorten, angelegt in elf Längsreihen. Mit dem Ziehen der Querstreifen in entsprechendem Abstand (12,5 x 12,5 Zentimeter) wird das Raster auf den Boden gezeichnet. Die äußeren Reihen entsprechen sich, die mittlere Reihe ist solitär bepflanzt. Alle 4,8 Meter wiederholt sich das Muster. „Die Bepflanzung orientiert sich dabei streng an Vorlagen des 18. Jahrhunderts“, erklärt Gerhard Raab von den Staatlichen Schlössern und Gärten. Das betrifft auch die Auswahl der dekorativen Pflanzen, fährt der Verantwortliche für den Schwetzinger Schlossgarten fort: „Das sind alles Sorten, die es auch damals schon gegeben hat.“ Studentenblume, Löwenmaul, Gartenfuchsschwanz, Sonnenwende, Bechermalve, Wunderblume, Gartenmohn und Salbeiarten jeweils in verschiedenen Sorten. 25 verschiedene niedrige und halbhohe Pflanzenarten stehen in diesem Jahr auf der Pflanzliste der Schlossgärtner.

Stämme setzen Akzente

Akzente setzen dabei in Form gestutzte Halbstämme: Etwa Zierapfelbäumchen, aber auch die zahlreichen Kübelpflanzen, mit denen der Schwetzinger Garten glänzt. Etwa 650 Stück sind es: Palmen, Granatäpfel, Oleander, Lorbeer, Zitrusbäume, Oliven, Bananen, Albizien, Khaki, Yucca, Wandelröschen, Bleiwurz, Zieringwer, Schmucklilien, Nachtschatten, Hibiskus, Hammersträucher, Strelizien, Cassia, Myrten und Korallensträucher.

Die Beete werden ganz traditionell in Form eines Karpfenrückens angelegt: zur Mitte hin erhöht und zu den Rändern abfallend. Die Pflanzen in der Beetmitte werden so hervorgehoben. Die mittelhohen Blumen pflanzt man in die Rabattenmitte, während die Rabattenränder mit weniger hohen Schmuckpflanzen bepflanzt werden.

Der weitläufige Schlossgarten kann mit seinen Zahlen beeindrucken: Allein 12,5 Kilometer Hainbuchenhecken sind es, die regelmäßig von den Schlossgärtnern in Form geschnitten werden müssen. Vier Kilometer lang sind die Buchshecken, die die Rabatten einfassen – und auch die müssen in Form gehalten werden. 860 Linden warten auf die Scheren der Gärtner. Dazu kommen 4000 Bäume – gezählt sind nur die größeren mit einem Stammdurchmesser von über zehn Zentimetern und nicht die in den Alleen. zg

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