Schwetzingen

Winterurlaub in Corona-Zeiten Zu Besuch bei Hoteliersfamilie Weiermayer-Schmid im Impuls Hotel Tirol in Bad Hofgastein

Gesundheit – hier und jetzt erst recht

Winterurlaub. Wird es ihn dieses Jahr überhaupt geben können? In Anbetracht der Corona-Zahlen und der europaweiten Maßnahmen machen sich viele Menschen darüber gar nicht erst Gedanken. Die Empfehlungen von Politikern, auf Reisen vorerst grundsätzlich zu verzichten, bestärken dies – sehr zum Leidwesen der Tourismusbranche. Sie kämpft wie viele andere ums Überleben – in Deutschland und den Nachbarländern. Gerade in Österreich bildet der Tourismus einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Vor allem der deutsche Urlauber spült Geld in die Landeskasse, sichert in den Alpentälern und ländlichen Regionen Arbeitsplätze. Um Menschen eine erholsame Auszeit vom Alltag zu ermöglichen, haben Ferienregionen in Gesundheit und Sicherheit investiert. Sie hoffen in diesem Winter auf Gäste, setzen auf noch mehr Service und Flexibilität. Etwa im Gasteinertal im Salzburger Land.

Familie Weiermayer-Schmid lebt in Bad Hofgastein. Dort betreibt sie in vierter Generation das Impuls Hotel Tirol, ein gewachsenes Vierstern-Superior-Gesundheits- und Wellnesshaus. Seit 200 Jahren gibt es Tourismus in der Gemeinde. Das Thermalwasser und der weltberühmte Heilstollen der Gesundheits- und Kurregion gehören neben der herrlichen Bergwelt zu den Magneten.

Bibiana Weiermayer-Schmid und ihr Mann Christoph begrüßen jedes Jahr viele Erholungssuchende in ihrem 83-Zimmer-Hotel, darunter treue Stammgäste jeden Alters und generationenübergreifend Familien. So war es auch dieses Jahr, jedoch wegen der Corona-bedingten Zwangsschließzeiten verhaltener.

Eigene Konzepte realisiert

Dabei hat sich das Impuls Hotel Tirol wie viele Beherbergungsbetriebe auf die Situation gut eingestellt. Das zeigte sich im Oktober vor dem neuerlichen Lockdown. Gemeinsam mit Kurarzt Dr. Martin Reith erarbeitete und realisierte es ein individuelles und umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept, mehr als die gesetzlichen Auflagen verlangten. Die Mitarbeiter – viele seit Jahren dem Haus verbunden – wurden umfangreich geschult. Ihnen wird täglich Temperatur gemessen. Gäste füllen beim Check-in einen Gesundheitsfragebogen aus. Das Housekeeping desinfiziert die Zimmer täglich genauso wie mehrfach am Tag die öffentlichen Hotelbereiche. Neben Abstand halten und regelmäßigem Händewaschen sind Mund-Nasen-Masken außerhalb der Zimmer Pflicht, können an den Plätzen im Restaurant, der Bar und gemütlichen Lounge sowie beim Sport im Fitness- und Gymnastikraum abgenommen werden. Sauna-, Dampfbad- und Schwimmbadzutritte sind reguliert. Die Empfehlung lautet hier: Um Stoßzeiten zu entzerren, einfach mal die Schwitzkur auf den frühen Nachmittag und zum Beispiel den Wintersport entsprechend auf den früheren Vormittag verlegen oder umgekehrt. Der Sachverstand jedes Einzelnen ist hier gefordert.

Hotelchefin Bibiana Weiermayer-Schmid, die zudem Tourismusobfrau in der Gemeinde ist, spricht von einer eigenen Logistik, die auch das Gasteinertal entwickelt hat. So gibt es zum Beispiel ein talweites Registrierungstool per Telefonnummer für Urlauber. Für die Bergbahnen sind längere Öffnungszeiten vorgesehen, um das Gästeaufkommen zu entzerren. Beim Skiticket setzt Gastein als Teil des größten österreichischen Skiverbunds Ski amadé auf die Online-Buchung unter https://tickets.skiamade.com. Die Keycards werden bei Buchung bis zehn Tage vor Anreise per Post zugestellt oder an einem Ausgabegerät im Kassenbereich der Bergbahnen bezogen. Zusätzlich werden Keycards in den Hotels ausgegeben. Wer ein Skiticket bucht, bekommt einen kostenlosen Schlauchschal („Buff“) als Mund- und Nasen-Maske an den Talstationen. So ist jeder, der möglicherweise einen Schutz vergessen hat, für die entzerrten Wartebereiche, die Gondelfahrt sowie die Berghütten gerüstet. Après-Ski-Schirmbars bleiben dieses Jahr geschlossen. Und: Das Flexi Storno weist all jene Betriebe aus, bei denen eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit von 14 Tagen oder weniger gegeben ist.

Sorgenfrei stornieren, so lautet auch das Credo im Impuls Hotel Tirol. Weihnachten und Silvester sind in diesem Jahr noch nicht ausgebucht – eine Seltenheit, nicht nur bei Familie Weiermayer-Schmid. Die Menschen sind vorsichtig, was die Hoteliers nachvollziehen können. Doch hoffen sie auf Reiselustige, die sich nach einem sicheren Tapetenwechsel sehnen. Im Gesundheits- und Wellnesshotel zumindest ist man gerüstet.

Zeitgeist mit Pfiff

Das Urverständnis als Gesundheitsregion wird hier schon lange gelebt. Das 1928 als Kurhaus erbaute Hotel ist an das Thermalwasser angeschlossen und beherbergt entsprechende Wasserbecken. Trotz dieser traditionellen Gegebenheiten gehen Bibiana Weiermayer-Schmid und ihr Mann Christoph moderne Wege, setzen auf den Zeitgeist, um auch den Staub vom Image der Region als Kur- und Rehabilitationsort wegzupusten – hin zu Prävention und einer ausbalancierten Lebensweise. Dazu trägt unter anderem seit fünf Jahren ein Yoga-Programm mit saisonalen Wochenangeboten und internationalen Experten bei. Dafür gab es bereits die Auszeichnung „Bestes Yoga Hotel“ (HRS).

Die neuen Wege drücken sich vielfältig aus: Das beginnt mit der Architektur ihres Hauses. Frisch und geradlinig zieht es im Ortskern des idyllischen Bad Hofgasteins den Blick auf sich, schmiegt sich dabei gekonnt an die Umgebung an, die einen schönen Rundumbergblick gewährt. Ein Wow-Effekt begleitet den Eintritt in den Empfangsbereich. Natur trifft auf knalliges Interieur, Holzelemente werden mit pfiffiger Kunst gepaart. Letztere stammt übrigens vom Hotelchef selbst, der gern auch in die hoteleigene Kunstwerkstatt zum Experimentieren mit Pinsel und Farbe einlädt. Christoph Weiermayer studierte an der Kunstuniversität in Linz, Oberösterreich, Design und Industriedesign. Sein weltoffener Lebensstil spiegelt sich im zeitlos kreativen Gewand des Impuls Hotels Tirol wider, ohne dass dabei Altbewährtes weichen muss. Es ist ein harmonisches Miteinander. So ist das Herzstück die alte Stube, ein gemütlicher holzvertäfelter Restaurantbereich mit einem Kachelofen. Hier lassen sich die feinen Abendmenüs wunderbar genießen. Die Küche des Hauses ist leicht, fantasievoll, mal bodenständig, mal von der Welt inspiriert. Naturbelassenheit und regionaler Bezug der Produkte aus dem Salzburger Land sind für die Köche eine Selbstverständlichkeit.

Die Korridore zu den Zimmern ähneln einer Gemäldegalerie, die zum Verweilen einlädt. Die Zimmer und Suiten kleiden die Hausherren nach und nach in angesagtes alpenländisches Flair und lassen dabei natürliche Unikate etwa aus Zirbenholz mit Loteninterieur entstehen. Die verschiedenen Kissenangebote – Zirbe, Kräuter und Dinkel beispielsweise – bringen die gesundheitsfördernde Erholung direkt ins Bett.

Apropos: Im Zentrum der Spa-Welt steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen nach tiefer Entspannung, Regeneration und individuellem Wohlbefinden. Bestens qualifizierte Trainer, Physiotherapeuten und Yoga-Lehrende bieten wöchentlich ein umfangreiches Programm von etwa 25 Trainings- und Entspannungseinheiten. Das breite Therapieangebot widmet sich der Gesundheit und Prävention.

Neues Projekt: Jetzt kommt Blü

Wie wichtig ein Ausgleich zum Alltagsstress ist, wissen Bibiana Weiermayer-Schmid und ihr Mann Christoph nur zu gut. In den vergangenen Monaten blieb nicht nur wegen der Corona-bedingten Herausforderungen keine Zeit zum Verschnaufen. Denn die Familie plant am 20. Dezember die Eröffnung eines weiteren Hauses: das alpine casual Hotel Blü (www.hotelblue.at). Es liegt am Kaiser Franz Platz im Ortszentrum in Hofgastein, wenige Fußminuten vom Impuls Hotel Tirol entfernt.

Wer am liebsten auf zwei Brettern im Schnee unterwegs ist oder gern für sich allein in der winterlichen Natur abtaucht, wer die Berge liebt und Urlaubstage in maximaler Freiheit verbringen möchte, der wird hier aufblühen, so das Versprechen der innovativen Gastgeber. Das Blü ebnet dem Genießen und der Offenheit gegenüber allem, was nichts mit Alltag zu tun hat, den Weg. Gechillt und relaxt wird täglich bis 22 Uhr im Spa am Dach. Gegessen wird, wann immer es in den sportlichen oder herrlich faulen Tag passt. „Sei so frei“ steht im neuen Hotel Blü über allem.

Ein Slogan, der hoffentlich bald wieder uneingeschränkt im Alltag und im Urlaub gelten kann . . .

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