Schwetzingen

Gründung Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Frauen

Gleichstellung auch faktisch realisieren

Archivartikel

Zum 100-jährigen Jubiläum zur ersten Rede der SPD-Politikerin Marie Juchacz (1879 – 1956) im Reichstag, trafen sich sieben Sozialdemokratinnen und gründeten eine Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Schwetzingen. „Ohne Gleichstellung kein Fortschritt!“ lautet das Motto der aktiven Frauen.

„Juristisch sind Frauen und Männer heute gleichgestellt, nicht aber in der Realität“, so Gabriele Kolb, die Vorsitzende der neuen Arbeitsgemeinschaft. Frauen verdienten in Deutschland bei gleichwertiger Tätigkeit 13 Prozent weniger als Männer, gab sie zu bedenken. „Gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund?“, fragte sie. Vor allem in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft sieht sie Nachholbedarf. „In den Aufsichtsräten der großen Unternehmen sitzen nur drei Prozent Frauen, obwohl Frauen bessere Schulabschlüsse machen und häufiger studieren als Männer. Auf das Potenzial gut ausgebildeter Frauen zu verzichten kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.“ Mit der Aufwertung sogenannter Frauenberufe solle endlich begonnen werden, fordert Stadträtin Bärbel Schifferdecker. Die AsF-Frauen wollen dafür kämpfen, dass Gleichstellung von Frauen und Männern auch in der Realität der Gesellschaft ankommt. Sabine Englert: „Es ist diesbezüglich schon viel erreicht, dennoch betrifft die Altersarmut hauptsächlich Frauen. Durch Kindererziehung und Pflege der Eltern fehlt vielen Frauen das Geld im Alter.“ Monika Maier-Kuhn ergänzte: „Wir wollen Frauenprobleme sichtbar machen und uns gemeinsam für eine gleichberechtigte Lebenswelt einsetzen“. Die AsF wolle eine Lobby für Frauen sein und frauenpolitische Forderung formulieren, unterstrich Carol Eppinger.

Das Ziel der AsF ist die faktische Gleichstellung von Mann und Frau durch Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, paritätische Besetzung von politischen Ämtern und Aufklärung über die Ursachen frauenspezifischer Benachteiligungen. Die Arbeitsgemeinschaft lädt alle Frauen, ob jung oder alt, politisch aktiv oder inaktiv, mit oder ohne Kinder in Schwetzingen und Umgebung ein, mit zu machen. Ansprechpartnerinnen sind die Vorsitzende der AsF Schwetzingen, Gabriele Kolb, und ihre Stellvertreterin Monika Maier-Kuhn. nt/zg

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