Schwetzingen

Griminal-Bolizei und Vogtland

Es war früher eine gern gepflegte Beschäftigung auf langen Autofahrten: Kennzeichen raten. Noch heute sind mir Buchstabenkombinationen von damals im Kopf. Das meiste war ja auch nachvollziehbar, mit so ein paar Stolperfallen wie zum Beispiel den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck. Oder das Länderzeichen GB, das mir mein Vater immer als „Griminal-Bolizei“ verkaufen wollte.

Inzwischen ist das Raten schwieriger geworden, unter anderem seit 1990, als die neuen Bundesländer hinzukamen und damit viele Kennzeichen mit drei Buchstaben, die zum Teil noch kaum zu dechiffrieren sind. Und mittlerweile gibt es auch in den alten Bundesländern neue Kombinationen, bei denen etwa der Landkreis die Stadt ersetzt, wie bei „LU“ (jetzt „RP“).

Andere Städte haben ihr in den 1970er Jahren – meist durch die Gebietsreformen – verschwundenes Kennzeichen wiederbekommen, so zum Beispiel in Schwetzingens Partnerstadt Schrobenhausen. 1973 wurde ihr „SOB“ abgeschafft, stattdessen mussten die Schrobenhausener mit dem völlig ungeliebten „ND“ (Neuburg/Donau) durch die Gegend kurven – die Neuburger mögen sie gar nicht. Aber 2013 hatte die 40-jährige Qual ein Ende: Seitdem wird im Zuge der Kennzeichenliberalisierung „SOB“ als zusätzliches Kürzel wieder vergeben, so wie unter anderem in Leonberg („LEO“), Öhringen („ÖHR“) und Buchen („BCH“),

Warum ich überhaupt auf dieses Thema komme? Weil gestern Morgen ein Auto mit dem Kennzeichen „V“ auffällig in der Straße stand und ich nicht draufkam, für was das steht: Vechta? Vogelsberg? Oder etwa Verfassungsschutz? Aber für so etwas hat man ja einen Chef mit Ostkenntnissen: Vogtland, das wusste er sofort.

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