Schwetzingen

Großes Gähnen

Gert Häusler über tierisch-menschliche Gemeinsamkeiten

Manche der öffentlichen Bilder sind tückisch. Jogi Löw weiß davon ein Lied zu singen, sind doch manche „Handlungen“ des Bundestrainers immer wieder bei „witzigen“ Rückblicken im TV oder auf Youtube zu sehen. So wird Gähnen ebenfalls gerne auf Fotos und Filmen festgehalten. Bei Bedarf holt man noch zusätzlich aus den Archiven Aufnahmen von Prominenten hervor, die sie gähnend, herzhaft mit weit geöffnetem Mund oder ganz verstohlen mit vorgehaltener Hand, zeigen. Politiker sind während langer Sitzungen oder besonders „spannenden“ Themen oft gähnend und mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken dabei.

Wir gähnen ja alle und die Gründe dafür sind vielfältig. Nicht nur Müdigkeit oder Langeweile, selbst Hunger oder Stress kann zu Gähnausbrüchen führen. Für das Gähnen gibt es viele Erklärungsansätze, nur wenige sind in den einzelnen Fachrichtungen wissenschaftlich erhärtet. Als sicher gilt der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung. Ohne Zweifel ist auch, dass viele Tiere gähnen. Hunde- und Katzenbesitzer können meist schmunzelnd darüber berichten.

Bei unseren Tieren tritt noch ein Phänomen auf, das sie mit den Menschen verbindet: das emotionale Gähnen. Fängt das Mitglied einer Gruppe mit Gähnen an, dauert es nicht lange, bis ein Großteil der Anwesenden ebenfalls gähnt. Ist der Hund mit seiner Menschengruppe zusammen und es wird gegähnt, ist er meist gleich gähnend dabei. Wenn Sie jetzt bei diesem Text auch gähnen, kann das viele Ursachen haben, eine davon ist, dass man allein schon beim Gedanken oder Lesen des Wortes „Gähnen“ gähnen muss.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional