Schwetzingen

Gäste in der Stadt Delegation der Bewegung „Natur im Garten“ weilt in Schwetzingen / Kunstdünger, Pestizide und Torf beim Pflege von Flächen vermeiden

Grüneres Gärtnern – Austausch mit Österreichern

Archivartikel

Eine Delegation aus dem österreichischen Bundesland Niederösterreich besuchte Schwetzingen. Die Teilnehmer der Delegation gehörten der im Jahr 1999 gegründeten Bewegung „Natur im Garten“ an, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. „Natur im Garten“, das seinen Sitz in der österreichischen Gartenstadt Tulln an der Donau hat, verfolgt die Grundidee eines „Gärtnerns mit der Natur“. In Tulln befindet sich „Die Garten Tulln“, eine 2008 als Landesgartenschau eröffnete Landschaft, die 70 rein ökologisch gepflegte, extravagante Schaugärten umfasst.

Die Kernkriterien von „Natur im Garten“ wurden schon bei der Gründung festgelegt: Gärtnern ohne Kunstdünger, Pestizide und Torf. Mit der Bewegung „Natur im Garten“ soll die Vielfalt im Garten gefördert werden. Initiator der Bewegung ist der damalige Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka. Seither ist es dem Land Niederösterreich gelungen, eine Gartenbewegung zu einer unverzichtbaren Plattform für naturnahes und ökologisches Gärtnern im privaten Bereich wie auch in öffentlichen Grünbereichen Niederösterreichs aufzubauen.

Oberbürgermeister Dr. René Pöltl ist seit Jahren Präsident der Gartenakademie Baden-Württemberg, die sich ebenfalls mit dem naturnahen und pestizidfreien Gärtnern befasst und engeKontakte zu „Natur im Garten“ pflegt. Auch die Stadt Schwetzingen versucht seit Jahren, den Einsatz von Pestiziden bei der Bewirtschaftung der städtischen Grünflächen zu reduzieren und hat das klare Ziel, künftig ohne Pestizideinsatz auszukommen. Umso mehrfreute sich OB Dr. Pöltl, dass er die österreichische Delegation in Schwetzingen begrüßen konnte. Angeführt wurde die Delegation vom Präsidenten des österreichischen Nationalrats Wolfgang Sobotka und vom niederösterreichischen Landesrat Martin Eichtinger.

Künftige Kooperation angedacht

Bei ihrem Besuch erhielt die österreichische Delegation zunächst eine Führung durch den Schlossgarten mit Professor Dr. Harmut Troll, seinerseits ebenfalls Österreicher. Er leitet bei den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg den Bereich Historische Gärten und ist ausgewiesener Experte und Kenner des Schwetzinger Schlossgartens. Die Besucher aus der Alpenrepublik waren sehr begeistert von der einmaligen historischen Gartenanlage. Im Anschluss erfolgte ein reger Austausch über die „Natur im Garten“-Bewegung und ihre Ziele. OB Pöltl konnte von den Erfolgen der Stadt in der naturnahen Pflege der stadteigenen Grünflächen durch die Stadtgärtnerei berichten, etwa durch den Einsatz eines Dampfgeräts zur Bekämpfung von Unkraut, durch die Bekämpfung von Blattläusen auf den Kaiserlinden am Schlossplatz mittels Wasserspülung, durch die Anlage neuer Blühflächen für Insekten oder durch die anstehende Pflanzaktionvon 1000 neuen Bäumen im Stadtgebiet. Dabei waren sich alle Beteiligten einig, dass es gemeinsames Ziel ist, den Einsatz von Kunstdünger, Pestiziden und Torf bei der Bewirtschaftung und Pflege von gärtnerischen Flächen zu beenden. Die Stadt möchte hier künftig eng mit der Bewegung „Natur im Garten“ kooperieren und von deren Kompetenzen profitieren. zg

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