Schwetzingen

SPD-Ortsverein Vorstands- und Fraktionsmitglieder radeln mit Bürgern durch die Stadt

Günstiger Wohnraum und Verkehr im Fokus

Zur traditionellen „Tour de Schwetzingen“ hatte die SPD Schwetzingen aufgerufen und 15 Bürger stiegen daraufhin auf ihre Räder, um am Samstagvormittag zu einer Fahrt durch die Stadtteile aufzubrechen. Die Organisatoren und Gemeinderäte Simon Abraham und Robin Pitsch hatten eine Symbiose zwischen Bewegungsaktivität und der Beschäftigung mit aktuellen politischen Themen geplant, erklärt die SPD Schwetzingen in einer Pressemitteilung.

Zu Beginn besuchten die Radler den frisch hergerichteten Heckerplatz und diskutierten über die bald einzurichtende Einbahnstraßenregelung. Die Strecke führte dann in die Nordstadt an die Walther-Rathenau-Straße. Dort kam die Frage auf, warum man die leerstehende Wohnanlage nicht renoviere. Leider konnten die Stadträte nur berichten, dass der Baubeginn eigentlich für Anfang des Jahres vorgesehen war. Ebenso widmeten sich die Radfahrer der Diskussion über die Einbahnregelung in der Friedrich-Ebert-Straße.

Im Anschluss führte der Weg über den Sudetenring zur Comenius- Schule. Dort nahmen die Teilnehmer den neuen Anbau in Augenschein. „Wir erwarten auch in der Zukunft etwa 150 Schüler an dieser Schule, deshalb war der Erweiterungsbau ein logischer Schritt“, erklärte Hans-Peter Müller. Aufgrund der nur halbherzigen Inklusionspolitik der grün-schwarzen Landesregierung hätte man in dieses rund drei Millionen Euro schwere Vorhaben investieren müssen.

Radschnellweg diskutiert

Weiter ging es auf dem Grenzhöfer Weg zur Werkstraße, an der die Firma Decathlon ihr Lager erweitert. „Nach Ausbauende werden dort 600 Mitarbeiter beschäftigt sein“, sagte Bärbel Schifferdecker. 70 Sportarten statte das Sortiment aus, rund 35 000 verschiedene Artikel stapeln sich in den Hallen. Von dort aus würde die Belieferung der Filialen in Deutschland und den Niederlanden erfolgen und ebenso der Online-Markt bedient.

Quer durch Plankstadt gelangten die Teilnehmer der Tour dann an die Paul-Bönner-Straße. Über der B 535 stellte Simon Abraham einen möglichen Verlauf des Radschnellweges von Schwetzingen nach Heidelberg vor. „Die Maulbeerallee führte historisch gesehen, quasi als Schnellweg zehn Kilometer vom Schwetzinger Schloss in gerader Linie nach Heidelberg“, erklärte der Stadtrat. Als das Schloss durch den Kurfürsten Carl-Theodor ausgebaut worden sei, hätte er die Achse zwischen dem Königsstuhl und der Kalmit im Westen markiert. Dementsprechend wurde auch eine Verbindungsallee zur alten Residenz in Heidelberg gebaut. Genau diese wolle man in der Planung für einen Radweg berücksichtigen.

Über die Oststadt gelangte die Gruppe in die Scheffelstraße. Das Industriegebiet „Pfaudler“ wurde verkauft und die Produktion wird nach Waghäusel umziehen. Auf dem freiwerdenden Gelände soll ein Wohnquartier für 1500 Menschen entstehen. Auf Nachfrage erläuterten Simon Abraham und Sabine Rebmann, wie das sogenannte Masterplan-Verfahren, das dem Bebauungsplanverfahren vorgeschaltet sei, funktioniere. Zur Entwicklung des Geländes habe der Investor gleich drei Architekturbüros beauftragt. „Wir wollen, dass die Projektentwicklung in Schwetzingen transparent und für alle einsehbar passiert“, meinte Abraham. Und die SPD-Gemeinderäte haben klare Vorstellungen. Viel Wohnraum soll entstehen, darunter eine Menge bezahlbare und geförderte Wohnungen. „Da müssen wir dranbleiben und das Land tut zurzeit einiges, damit Wohnraum gefördert wird“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born. Im „Blauen Loch“ fiel die Zielflagge und politische Gespräche schlossen sich an. zg

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