Schwetzingen

SPD-Senioren Beispiele aus Hessen und Tirol befördern Klimaziele

Gutes Angebot sorgt für Umstieg

Bei der Arbeitsgemeinschaft der SPD-60-plus hatte Vorsitzender Dr. Walter Manske die aktuelle politische Situation auf der Tagesordnung. Dabei ging es um das aktuelle Thema Klimaschutz und die damit verbundenen politischen Konsequenzen: „Wer nachhaltige Politik will, muss auch die Menschen mitnehmen,“ sagte er in seinem Eingangsstatement. Dabei sprach er insbesondere die grün-schwarze Umweltpolitik im Land an. „Den Menschen das Autofahren zu verbieten, ist das eine, aber ich erwarte das Gegenteil, attraktive Alternativen für die Mobilität, um das Auto stehen zu lassen“, so der Altstadtrat laut Pressemitteilung.

Die SPD-Senioren fordern die Landesregierung auf, ein günstiges ÖPNV-Ticket für Senioren einzurichten. Als Beispiel nannte Norbert Theobald das hessische Seniorenticket. „Ab dem 1. Januar 2020 werden ältere Menschen mit Bus und Bahn durch ganz Hessen fahren – für einen Euro am Tag“, so Theobald. Er fordert die Landesregierung und seine Partei auf, dies auch in Baden-Württemberg umzusetzen. Für 365 Euro im Jahr sollen Männern und Frauen ab 63 Jahren ein Jahresticket kaufen können, das im öffentlichen Verkehr im ganzen Land gilt. Nur ICE dürften nicht benutzt werden. Zusätzlich fordern die Senioren für jeden Bezirk (Nordbaden, Südbaden, Nordwürttemberg und Südwürttemberg) Regionaltickets, die nicht mehr als 150 Euro kosten.

„Viele Menschen wollen im Verkehr umdenken“, sagt Wolfgang Netzer laut Pressemitteilung. Das zeigten neue repräsentative Umfragen. „Vom Umdenken zum Handeln, das Auto öfter stehen zu lassen, ist es aber noch ein großer Schritt, um sich von Gewohnheiten zu trennen“, betont er. Diesen Schritt könne man nur durch attraktive Fahrpläne und Fahrpreise erleichtern.

Geburtenstarke Jahrgänge ködern

Betriebswirtschaftlich dürfte eine solche Jahreskarte sinnvoll sein. Denn das Angebot richtet sich an eine Kundschaft, die öffentliche Verkehrsmittel bisher mehr oder weniger verschmäht. „Jetzt kommen weitere geburtenstarke Jahrgänge“, so Theobald. Die Senioren im Land seien weitgehend auf das Auto geeicht. „Wer diese Generation gewinnen will, muss ihnen ein unwiderstehliches Angebot machen“. Das Seniorenticket könnte ein solches sein. In Tirol müssten Senioren ab 63 Jahren pro Jahr 254,80 Euro für so ein Tickets zahlen, ab 75 Jahren nur 127,40 Euro – für alle öffentlichen Verkehrsmittel. In der viel kleineren Rhein-Neckar-Region koste die Karte ab 60 jährlich 532,80 Euro. „Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir anfangen, die Menschen in den ÖPNV zu bringen“, so Walter Manske zum Abschluss. zg

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