Schwetzingen

Carl-Theodor-Schule Biologiekurs macht Experimente zum genetischen Fingerabdruck / Leidvolle Erfahrungen gemacht

Gymnasiasten sind auf Tätersuche

„Ich war zunächst enttäuscht, dass wir nicht alle Schritte selbst machen sollten, doch nun weiß ich, wie viel Arbeit hinter jedem einzelnen Schritt steckt. Das hätten wir als Anfänger gar nicht an einem Tag geschafft“, zog eine Schülerin des zweistündigen Biologiekurses von Christiane Triller nach einem langen Labortag Bilanz. Zusammen mit ihren 27 Mitschülern hatte sie ein Modellexperiment zum genetischen Fingerabdruck durchgeführt, das zum Ziel hatte Tatortspuren einem Täter zuzuordnen.

Nach einer kurzen theoretischen Wiederholung und einer Pipettierübung machten sich die jungen Erwachsenen an die Vorbereitung des eigentlichen Experiments: Acht Gruppen mussten arbeitsteilig das Material zur Durchführung des genetischen Fingerabdrucks für die anderen Arbeitsgruppen vorbereiten. Jede Gruppe war dafür verantwortlich, dass die Chemikalien exakt und sauber für alle anderen vorbereitet wurden. Der Umgang mit der Pipette bereitete manchmal Kopfzerbrechen. „Wie soll ich noch zehn Mkroiliter aus dem Tube bekommen, der ist doch leer?“, lautete die verzweifelte Frage einer Schülerin.

Doch dieses Problem konnte ebenso gelöst werden wie die Frage nach dem Umrechnungsfaktor zwischen verschiedenen Maßeinheiten. Die Lernenden waren sich einig darüber, dass diese Phase des Experimentiertages gut zeigt, wie in einem Labor gearbeitet wird, wie viele Fragestellungen schnell und sicher gelöst werden müssen und dass sehr unterschiedliche Handgriffe nötig sind. Nach einer Erholungspause ging es dann an die Erstellung des sogenannten genetischen Fingerab-drucks. Wie Kriminaltechniker wurden DNA-Proben für eine Typisierung vorbereitet. Anhand der Proben erzeugten die Schülerinnen und Schüler ein DNA-Muster, das eine Person eindeutig identifizieren kann.

Alle Gruppen gossen Agarose-Gele und befüllten die Geltaschen mit DNA-Proben vom Tatort und von den möglichen Tätern. Zur Trennung der DNA-Stücke bereiteten sie die Gelelektrophorese – ein Begriff, den nicht jeder Lernende aussprechen kann – vor und beobachteten deren Verlauf. Nun weiß zumindest jeder, was sich hinter dem als kompliziert empfundenen Begriff verbirgt.

Von vorne beginnen

Allerdings brachen die Gele beim Waschen auseinander, sodass kein Bandenmuster zu entdecken war. Aber – so wurde den Schülern klar – auch dies ist eine leidvolle Erfahrung der Laborarbeit: Manchmal ist das Ergebnis nach vielen Stunden Arbeit unzureichend und es muss von vorne begonnen werden.

Dennoch empfanden die Lernenden das von der Johanna-Wittum-Schule Pforzheim entwickelte Modellexperiment als wichtig, abwechslungsreich und anschaulich. Einige sind sich nach dem Experimentiertag sicher, dass sie niemals im Labor arbeiten wollen – andere machen sich wiederum gezielt auf die Suche nach Praktikumsmöglichkeiten. mey

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