Schwetzingen

„Hausarbeit“ mit aufnehmen

Katja Bauroth über eine Studie zum Fitness-Trackern

Per App gesünder leben? Angeblich funktioniert das, behauptet eine aktuelle Forsa-Umfrage. Bei dieser wurden 1002 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren im Auftrag der KKH Kaufmännischen Krankenkasse befragt, ob sie so genannte Fitness-Tracker – also Uhren beziehungsweise Armbänder, die einen an die tägliche Schrittzahl erinnern – sowie entsprechende Apps nutzen und durch die Kontrolle ihrer eigenen Daten ihr Gesundheitsverhalten geändert hätten. Zwei Drittel aller Nutzer bestätigten dies. Demnach würden sich 85 Prozent der Befragten deutlich mehr bewegen. Vor allem bei den Männern kam es zu beachtlichen Ergebnissen: Der Umfrage zufolge achten 42 Prozent (bei Frauen jede dritte) dank des digitalen Fingerzeigs stärker auf ausgewogene Ernährung und 26 Prozent (Frauen: 13 Prozent) essen sogar weniger.

Toll! Was die Mutti seit Jahren predigt beziehungsweise der Lebenspartner ermahnt, wird erst im digitalen Zeitalter richtig ernst genommen. Auf der einen Seite ist das schon etwas frustrierend, wenn ein Piepton am Handgelenk effizienter ist als die gut gemeinten persönlichen Tipps für die Körperfettreduktion: „Trink doch mal Wasser statt Cola oder nimm das Fahrrad statt dem Auto, um zum Bäcker zu fahren.“ Auf der anderen Seite sagt diese Studie theoretisch ja auch aus, dass der mitmenschliche Harmoniespiegel gestiegen sein dürfte. Denn das Zoffen um mehr Bewegung und gesündere Ernährung fiele ja in etlichen Haushalten weg. Was in der Studie mit erhoben wurde, war die Schlafqualität. Und auch die habe sich gesteigert – beide Geschlechter gaben mehr Ruhephasen an (30 Prozent). Ist das am Ende sogar der Beweis für den gestiegenen Harmoniespiegel? Wie auch immer: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will solche digitalen Angebote ja in Zukunft stärken. Das Bundeskabinett hat dafür einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der vorsieht, dass Ärzte Gesundheits-Apps zukünftig auf Krankenkassenkosten verschreiben dürfen. Hier wäre es schön, wenn Smartentwicklungen beim Bewegungsprogramm „Hausarbeit“ mit einpflegen. Dann wäre Müll runtertragen, bügeln und staubsaugen ja gesetzlich verordnet. Wieder eine technische Raffinesse für mehr Effizienz und Harmonie im eigenen Haushalt.

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