Schwetzingen

Verkehrsminister übergibt am Mittwoch Förderbescheid in Schwetzingen

Hermann: Carsharing ist systemrelevant

Schwetzingen/Stuttgart.Die Landesregierung hat einen Carsharing-Rettungsschirm beschlossen. Damit soll verhindert werden, dass aufgrund der Corona-bedingten Umsatzeinbußen die Carsharing-Standorte in kleineren Städten und Gemeinden schließen müssen. Derzeit verfügen 285 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg über ein solches Angebot. Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) wird dem Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing, Gunnar Nehrke, an diesem Mittwoch den Förderbescheid sowie einen symbolischen Scheck mit der maximal zur Verfügung stehenden Fördersumme in Schwetzingen übergeben. Carsharing-Unternehmen aus allen Landesteilen von Baden-Württemberg werden mit etwa 15 Fahrzeugen bei dem Termin auf dem Schlossplatz anwesend sein.

Unsere Redaktion sprach mit Minister Hermann vorab exklusiv zum Thema.

Herr Hermann, warum wurde der Carsharing-Rettungsschirm auf den Weg gebracht?

Winfried Hermann: Die Carsharing-Anbieter in Baden-Württemberg blieben von den Auswirkungen der Corona-Krise nicht verschont und verzeichneten massive Nachfrage- und Umsatzeinbußen. Ohne finanzielle Unterstützung sehen sie sich gezwungen, die Fahrzeugflotte zu reduzieren und dabei die weniger genutzten Standorte jenseits der Kernstädte Tübingen, Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Freiburg aufzugeben. Um zu verhindern, dass die Standorte in den kleineren Städten und Gemeinden des Landes geschlossen werden, wurde ein vier Millionen Euro umfassender Rettungsschirm auf den Weg gebracht. Der Rettungsschirm gewährt Carsharing-Unternehmen temporär Erhaltungsprämien für Standorte, die aufgrund von Umsatzverlusten ansonsten aufgegeben werden müssten. Im Gegenzug verpflichten sie sich dazu, mindestens 50 Prozent der Fahrzeuge pro Standort zu erhalten.

Inwieweit profitiert der Standort Schwetzingen davon?

Hermann: Inwieweit in Schwetzingen eine Reduzierung der vorhandenen Fahrzeuge geplant ist, wissen wir nicht. Sollte der Standort jedoch durch erlittene Umsatzeinbußen gefährdet sein, können auch hier die finanziellen Hilfen beantragt werden.

Was muss passieren, um Carsharing krisenfest und zukunftssicher zu machen?

Hermann: Das Carsharing-Angebot ist für das Verkehrssystem unverzichtbar. Es ist systemrelevant. Um die Krisenfestigkeit des Carsharing in Zukunft weiter zu erhöhen, ist es besonders wichtig, mehr und breitere Bevölkerungsschichten für die Nutzung des Carsharing zu begeistern. Hierzu bedarf es unter anderem eines möglichst flächendeckenden Netzes von Carsharing-Stationen im öffentlichen Raum. Dadurch wird die Sichtbarkeit des Angebots für Neukunden und die Attraktivität verbessert. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg verfolgt daher ein ambitioniertes Ziel: Bis 2030 die Zahl der Carsharing-Fahrzeuge in Baden-Württemberg auf 50 000 zu steigern. Mit einer Anpassung des Straßengesetzes in Baden-Württemberg wurden, aufbauend auf dem Carsharinggesetz des Bundes, bereits zentrale Rahmenbedingungen für mehr Carsharing-Stellplätze im öffentlichen Raum geschaffen.

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