Schwetzingen

Nordstadthalle Fußballturnier der Jugendarbeit / Für die sechs Mannschaften geht es nicht nur um Pokale / FC Zinedine siegt am Ende

Hier geht’s um das Miteinander

Es ist kurz vor 22 Uhr. In der Nordstadthalle brandet ein letztes Mal Jubel auf. Rhythmischer Applaus ist zu hören. Beim Fußballturnier, das die Jugendarbeit Schwetzingen ausgeschrieben hat, werden die Sieger gefeiert. Gewinner sind sie aber alle, die drei Dutzend Spieler der sechs teilnehmenden Teams.

Als über Instagram für den abendlichen Kick geworben wird, treffen schnell Anmeldungen per E-Mail ein. Jeweils vier Feldspieler und ein Torwart dürfen bei dem Hallenturnier für alle ab 14 Jahren dem runden Leder nachjagen. „Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Jugendliche angemeldet haben. Und dass auch Zuschauer gekommen sind“, sagt Joshua Baumgart von der mobilen Jugendarbeit der Spargelstadt. Zusammen mit Karlheinz Seitz und Sonja Moerstedt vom Jugendzentrum „Go in“ sowie Jürgen Rasch als Schiedsrichter will er den Jugendlichen an diesem Abend eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten. Auch Jugendhaus-Praktikantin Monique Becker ist an ihrem letzten Arbeitstag nach sechs Wochen mit Begeisterung dabei.

Die Jugendarbeiter kennen die meisten Jungs seit Langem. Sie treffen sie, wenn sie mit ihren Dienstfahrrädern unterwegs sind, etwa im „Go in“, im Jugendzentrum in Oftersheim, auf der „Alla hopp“-Anlage an der Sternallee oder an vielen anderen Stellen der Stadt. Gemeldet haben sich Team „Go in“, FC Zinedine, FC Jampna, Youngboyz 1453 (die Zahl bezieht sich auf die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen), Hellas FC und FC Gimma.

Dortmund wird noch Meister

„Wir kennen uns alle schon lange und treffen uns auch so zum Kicken“, meint Kassem (16), der zusammen mit Ilias, Marco, Alex (alle 15) und Vincent (16) den FC Zinedine bildet. Die Jungs besuchen die Schimper-Schule, das Wirtschaftsgymnasium oder die Theodor-Heuss-Schule und schießen sonst bei der SG Oftersheim oder beim SV 98 Schwetzingen ihre Tore. An diesem Abend tragen sie Trikots des europäischen Top-Clubs Paris Saint-Germain. Sonst schwärmen sie für Real Madrid, Hoffenheim, Hertha und den HSV. Borussia Dortmund wird noch Meister, sind die meisten überzeugt. Das Team nennt sich bestimmt nach dem ehemaligen französischen Weltfußballer Zinedine Zidane. Fehlanzeige, meint einer. Kassems zwei Monate alter Bruder heißt nämlich Zinedine.

Die Spiele laufen wie am Schnürchen. Jeweils acht Minuten ohne Seitenwechsel. Die Regeln werden ausnahmslos beachtet. Es gib keine Probleme und so gut wie nie Fouls. Die Helfer vom Roten Kreuz haben nichts zu tun. Alle Achtung. Der Fairplay-Gedanke spielt an diesem Abend wirklich eine große Rolle. Teilweise geben die Jungs sogar zu, wenn sie ein Handspiel verursacht haben. „So muss es sein“, freut sich Joshua Baumgart. Vor allem, wenn Freunde oder die Eltern zuschauen.

Erstmals in dieser Besetzung

Der FC Zinedine hat vier Partien zu Null gewonnen und einmal torlos Unentschieden gespielt. Die Jungs sind sicher im Finale. Dort treffen sie auf die Youngboyz 1453. Ilkkan (14), Ahmet (17), Musa (16), Sascha (16), Voldan (19), Berke (16) und Emre (15) haben sich ein 9:1-Torverhältnis erkämpft. Bei ebenfalls vier Siegen und einem Unentschieden. Die Jugendlichen aus Schwetzingen, Plankstadt, Oftersheim und Karlsruhe haben sich zusammentelefoniert und zum ersten Mal in dieser Besetzung gekickt. Sie tragen Trikots des türkischen Fußballclubs Trabzonspor. Sympathien gibt es aber auch für den BVB, Galatasaray Istanbul und den russischen Verein Terek Grosny. Die Platzierungsspiele zeigen ein gutes Niveau. Hut ab vor dieser Leistung. Das Team „Go in“ sichert sich den fünften Platz, der FC Gimma kommt auf Rang drei. Für alle gibt es Pokale. Außerdem Sportbeutel mit dem Aufdruck „Team Jugendarbeit“. Dazu locken Gutscheine für die Escape Rooms Oftersheim, das Freizeitbad Bellamar und das Luxor-Kino. Für die meisten der Nachwuchskicker zählt aber ohnehin das Dabeisein.

Im Finale, das standesgemäß mit der Hymne der Champions League angekündigt wird, geht der FC Zinedine schnell in Führung. Einem sehenswerten Heber zum 2:0 folgt der Anschlusstreffer für Youngboyz 1453. Der Endstand lautet aber 3:1. Die jungen Kicker sind vollauf zufrieden. Die Partie wird lauthals gefeiert. „Das soll nicht das letzte Turnier gewesen sein, folgt uns also weiter auf Instagram“, ruft Joshua Baumgart den Jugendlichen über Lautsprecher zu.

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