Schwetzingen

Tag der offenen Tür Melanchthon-Tagesstätte stellt Haus und pädagogische Ansätze vor / Gottesdienst zum Auftakt / Ballonwettbewerb krönt gemütliche Stunden

Hier reduzieren die Kinder ihr Spielzeug

Archivartikel

Es waren eine Menge bunter Luftballons, die in den strahlendblauen Himmel hoch hinauf zur Sonne flogen und das Ende des Tages der offenen Tür in der evangelischen Melanchthon-Kindertagesstätte einläuteten. Die Mädchen und Jungen schauten den Leichtgewichten aufgeregt hinterher, denn ein Preis winkt, wenn die gelandeten Ballons gefunden und die angehängten Karten schnell zur zurückgeschickt werden.

Bis Freitag, 2. August, müssen die Karten in der Tagesstätte angekommen sein, dann landen sie alle in einer Losbox und der Gewinn – eine Familientageskarte fürs Bellamar – wird ausgelost. „Ein Spender hat die Karte für uns gekauft“, freute sich Bianca Ehlert über den schönen Preis. „Das sehr heiße Wetter heute hat bestimmt viele Familien abgehalten, zu unserem Tag der offenen Tür zu kommen“, war sie sich sicher. Die Leiterin des Kindergartens und ihr Team reagierten mit der Öffnung der Räume im beschaulichen Haus im Garten des Melanchthonanwesens auf Anfragen von Eltern, die „gar nicht wissen, wo wir sind, wie es bei uns aussieht“, wie sie erklärte.

Begonnen hatte der Tag mit einem Familiengottesdienst, in den die Kindergartenkinder integriert waren. Das große Thema über den gesamten Tag war: „Einer für alle, alle für einen.“ Was sich nach dem Motivationsspruch der drei Musketiere anhört, ist auch so gemeint: Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen und nur gemeinsam sind wir stark und können alles meistern. Die Botschaft kam in Bildern und Liedern des Gottesdienstes bestens an. Die Eltern der Tagesstättenkinder sorgten für Kaffee, Kuchen, Würstchen und verschiedene selbstgemachte Limonaden. Einer Tour durch die Zimmer stand mit derartiger Stärkung nichts im Wege.

Hochbeet ein Hit

Ganz viele Menschen zog es allerdings auf die Bänke unter die Sonnenschirme oder auf die Picknickdecken auf der Wiese. Stolze Minigärtner zeigten ihr Hochbeet mit Gemüse, die Sonnenblumen und Bohnen, die sich schon ordentlich am Zaun hochranken. „Alles was wir dort ernten, werden wir auch verarbeiten und essen“, schilderte die Leiterin.

Innerhalb der zweigruppigen Einrichtung, zu der zehn Kinder in der Krippe gehören, sind derzeit zwei Schwerpunkte gesetzt: Eine Gruppe befasst sich intensiv mit Musik, im Gruppenzimmer finden sich Instrumente, über eine Lautsprecheranlage drang klassische Musik nach draußen. Mit Kirchenmusikdirektor Detlev Helmer durften die Kleinen schon direkt an die Orgel und auch darauf spielen – eine tolle Erfahrung.

Die andere Gruppe testet, wie man ohne die Flut an Spielzeug spielt. Ein interessanter Ansatz, den die Erzieherinnen Nadine Pursch, Susanne Geiß und Lea Götzelmann erklärten, während Lina, Emil und Florian mit Eiswürfeln wässrige Bilder malen. „Wir haben beobachtet, dass sich die Kinder immer weniger so richtig intensiv mit den vielen Spielsachen beschäftigen, vieles ging kaputt“, so Geiß. Die Eltern wurden informiert und danach das Zimmer leergeräumt. „Plötzlich waren Stühle und Kisten wieder interessant, ganz tolle Sachen wurden daraus, die Kinder haben sich wieder viel mehr mit sich beschäftigt“, sagte Götzelmann. Nach und nach kommen Wunschsachen wie Decken wieder zurück ins Zimmer. Über welche Dinge und wie lange diese dann bleiben, wird gemeinsam entschieden, dann intensiv damit gespielt.

„Ein Mädchen sagte den Eltern, der Osterhase brauche kein Spielzeug zu bringen, sie habe genug“, erinnerte sich Pursch an eine schöne Anekdote in diesem Zusammenhang. zesa

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