Schwetzingen

Schlossgarten Künstlerinitiative präsentiert vielseitige Arbeiten in der Orangerie / Vernissage am Sonntag / Ausstellung frei zugänglich, es fällt nur Parkeintritt an

Hier werden Alltagswelten miteinander verbunden

Archivartikel

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, so Paul Klee, einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. „Parallele Welten“ nennt die Künstlerinitiative (KIS) Schwetzingen ihre Ausstellung in der Orangerie des Schwetzinger Schlossgartens, die am Sonntag, 8. September, um 11 Uhr eröffnet wird. In einer Welt der Bilderflut zeigt die Ausstellung aktuelle Positionen von 16 Künstlern und deren subjektiv geprägten Weltbildern und Bildwelten, „Parallele Welten“ als „Welt-Interpretationen“ der uns umgebenden, vielschichtigen Wirklichkeit, heißt es in einer Pressemitteilung, die Professor Josef Walch für die KIS versandt hat.

Der Prozess des „Sichtbarmachens“ in der Kunst beginnt in der Renaissance mit Künstlern wie Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer, die sich nicht nur als Künstler, sondern auch als Wissenschaftler verstanden, die zum Beispiel in ihrer Zeit auf völlig neue Art und Weise den menschlichen Körper (Anatomie) oder die Schönheit der Natur (Landschaft, Stillleben) entdeckten. Dieser Prozess zieht sich bis in die Moderne, wo vor allem die Erfindung der Medien seit der Fotografie im 19. Jahrhundert bis zu den digitalen Medien heute die Entwicklung der Kunst und das Sichtbarmachen künstlerischer „Paralleler Welten“ entscheidend beeinflusst haben. Mit dem Thema der „Parallelen Welten“ beschäftigt sich nicht nur die Kunst, sondern auch die Naturwissenschaften (Physik), die Philosophie, die Psychologie, der Film. Es sind vor allem die alltäglich gegensätzlich und oft kontrastierende Wahrnehmungen, die diese Parallelwelten für Künstler entstehen lassen und zum Gegenstand ihrer Arbeit machen.

Von Grafik bis Videokunst

Gezeigt werden in der Ausstellung der KIS Malerei, Grafik, Druckgrafik, Fotografie, Installation, Objektkunst, Videokunst und Paper Art, also „alte“ und neue Medien der KIS-Mitglieder Tom Feritsch, Traudel Hagmann, Heiko Hofmann, Markus Kaesler, Oliver Mezger, Jessen Oestergaard, Karin Posmyk, Karin Schmiedebach, Josef Walch, Karin Weinmann-Abel, Felicitas Wiest und den eingeladenen Gästen Hagen Bonifer (Mühlheim/Main), Lynn Schoene (Mannheim), Fritz Stier (Mannheim), Ruth Tesmar (Berlin) und Thomas Wunsch (Wiesbanden).

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten verbinden Alltagswelten, auf den ersten Blick Banales, Poetisches, Märchenhaftes, Tiefgründiges, Narratives, Traumhaftes, zufällig Gefundenes, sie zitieren, interpretieren und verfremden Beispiele aus der Geschichte der Kunst oder eröffnen vielfältige, überraschende Dimensionen im Umgang mit auf den ersten Blick vertrauter künstlerischer Materialien wie Ton und Papier. Ganz unterschiedliche formale Repertoires einer gestischen, abstrakten Malerei, figurative Darstellungen, an die Pop Art erinnernde Bildsprachen, Installationen aus Alltagsobjekten, fotografische Mikrokosmen und Makrokosmen, Innenwelten. Außenwelten, künstlerische Interpretationen von Raum und Zeit, kontrastierende Montagen, die unterschiedliche Wirklichkeitsebenen kombinieren – was die Ausstellung auszeichnet ist die Vielfalt der gezeigten Positionen. Mit „Parallele Welten“ bezeichnen die Kuratoren der Ausstellung eine zunächst nach außen abgrenzte künstlerische Welt, die sich unabhängig zur Außenwelt entwickelt, aber darauf abzielt, dem Betrachter neue Wahrnehmungsweisen in Bezug auf die uns umgebende, komplex vernetzten Wirklichkeit zu eröffnen.

Vor zehn Jahren zeigte die KIS ihre erste „gARTen-Ausstellung“ in der Orangerie, die im Biennale-Rhythmus angelegte Ausstellungsreihe hat im Lauf der Jahre ein breites Publikum aus der Metropolregion angezogen und sich als besonderes Kunstevent der Region etabliert.

Künstlergespräche in der Ausstellung wird es an den Sonntagen, 15. und 29. September, jeweils um 11 Uhr geben, beendet wird die Ausstellung mit einer Finissage am Sonntag, 29. September, 11 Uhr mit einem Rundgang mit den Künstlern. zg

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