Schwetzingen

Nordstadthalle 700 Senioren über 70 Jahre verleben auf Einladung der Stadt gesellige Stunden / „Lausbuba“ bringen Stimmungshits mit / OB begehrter Tanzpartner

Hier wird geschunkelt und getanzt

„Lassen Sie uns gemeinsam mit bester Laune feiern“ – die Aufforderung musste Oberbürgermeister Dr. René Pöltl gestern beim Senioren-Frühschoppen in der herbstlich dekorierten Nordstadthalle nicht zweimal sagen. Die gesellige Veranstaltung für alle Schwetzinger über 70 Jahre ging bereits zum 20. Mal über die Bühne.

Die Verwaltung hatte insgesamt über 3400 Einladungen verschickt, Moderator Gerhard Augstein hieß rund 700 jung gebliebene Spargelstädter willkommen. Bei Kaffee und Kuchen, Brezeln und Wurstsalat, einem Glas Wein oder Bier wurde zünftig gefeiert. Für das Catering zeichnete M & M Event verantwortlich, der leckere Kuchen kam von der Bäckerei Utz. Bürgermeister Matthias Steffan und einige Gemeinderäte ließen sich das Gute-Laune-Event nicht entgehen. Ein herzlich empfangener Gast war zudem der in den Ruhestand gegangene Freiburger Stadtdekan und frühere Schwetzinger Pfarrer Wolfgang Gaber, der mit Vikar Thomas Palakudiyil von der katholischen Seelsorgeeinheit gekommen war.

Schwöbel verzückt mit Mundart

Die Oktoberfest-Band „Die Lausbuba“ begann mit einer zünftigen Schunkelrunde. „Fliege mit mir in den Himmel hinein“, schmetterten Holger und Tobias. Darauf folgte der erste Trinkspruch. „Steirer men san very good for Hollywood“ rief das Duo und legte mit dem „Kufsteinlied“ und der „Fischerin vom Bodensee“ nach. Sekt, Wein und Bier wurde ausgeschenkt. Die Senioren-Riege war sich schnell einig: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, der dürfte nie vergehn.“

Die Damen rieben sich verwundert die Augen, ob das auch wirklich „der Augstein von Kurpfalz-Radio“ sei. Er war’s. Der gebürtige Mannheimer ist bei SWR4 in den Ruhestand gegangen, zu den Senioren der Spargelstadt kommt er aber immer wieder gerne. Die Bühne gehörte dann dem Kabarettisten und Schriftsteller Professor Dr. Hans-Peter Schwöbel. Das „Mannemer Bloomaul“, welches gerne Feldsalat putzt und Zwiebeln schält, zelebrierte vergnüglich den Kurpfälzer Dialekt. Die Liebeserklärung „Du bisch mei Herzkersch“ und Worte über die „Schoppe-Berscht“ kamen bestens an. Das „Bobbele“ ist ein Baby, der Adamsapfel ein „Schoppezähler“, ließ er die Gäste wissen. Nur eins gehe gar nicht: Wenn ein „Sauschwob“ aus dem Westfälischen in der Zeitung „de Woschdmaagd in Däääghem“ als „Würstchenmarkt“ deklariert. Schwöbel erblickte einen „ungewöhnlich gutaussehenden OB“, dem er wirklich ähnlich sehe, wie er meinte. Damit seien sie beide „an der Spitze der Evolution“. Der „Sprooch“-Kabarettist gratulierte zum 20. Seniorentag und wünschte weiter „Luscht am Lewe un mehr Ferz im Kopp als Bimbes im Beidl“.

„Sag’ Dankeschön mit roten Rosen“ hieß es anschließend, während der Wurstsalat serviert wurde. Vor der Bühne wurde das Tanzbein geschwungen. Einfach Klasse, wie Seniorin Anni Kürschner, 93 Jahre jung, den OB herumwirbelte!

Bayern schmettern Badner Hymne

Einen Werbeblock gab es auch noch. Ulrich Kirchner vom Diakonieverein lud zum Hildacafé im Hebel-Haus ein, immer donnerstags um drei. Ute Spendler stellte den Kulturpass vor, mit dem Menschen mit geringem Einkommen Freikarten bei vielen Kultureinrichtungen bekommen können. Anschließend gingen noch die von Sponsoren bereitgestellten Tombolapreise unters Party-Volk. Die Gewinner freuten sich unter anderem über Spiele, Bücher, Tageskarten für den Schlossgarten, Blumen-Gutscheine, leckere Liköre, eine Hotel-Übernachtung nach Wahl sowie ein schnurloses Telefon. Die „Lausbuba“ heizten noch weiter ein: Das „Trompetenecho“ und der Wiesn-Hit „In München steht ein Hofbräuhaus“ erklangen durch die Nordstadthalle. Moderator Augstein verlas die Namen der Senioren, die, angefangen beim Jahrgang 1928, gestern Geburtstag hatten. Die Stimmungsband aus Bayern hatte zum Abschluss noch das Badnerlied drauf.

Letzter musikalischer Höhepunkt waren dann „Evas Schwestern“. Christine Laqua, Anne Malsam und Elena Spitzner begeisterten die Festgesellschaft mit „Ich will keine Schokolade“, „Bel Ami“ und „Nur nicht aus Liebe weinen“. Den Abschluss machte der eigens komponierte „Schwetzingen“-Song als Hommage an die Stadt und ihre Menschen.

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