Schwetzingen

Projekt „Komak“ Raquel Rempp und Said Azami freuen sich über Unterstützung für die Ärmsten Afghanistans

Hilfe kommt bis in die Bergdörfer

Archivartikel

Anfang 2019 riefen Said Azami und Raquel Rempp das Hilfsprojekt „Komak – People help people“ ins Leben (wir berichteten). Komak bedeutet auf Persisch „Hilfe“. Sie unterstützen seitdem kleine Gebirgsdörfer in der ärmsten Region des Landes – in Badakhshan im Norden Afghanistans.

„Dank der Spenden konnten wir regelmäßig dafür sorgen, dass viele Menschen dort vor Ort mit Hilfsgütern wie Mehl, Öl, Seifen und Tee versorgt wurden“, sagt Rempp, der es ein Herzensanliegen ist, diesen Ärmsten der Armen weiterhin zu helfen. „Wir konnten den vielen Kindern Hefte, Stifte und viele andere Dinge verteilen lassen. Die Menschen in diesen Gebirgsregionen sind sehr dankbar, weil sie noch nie fremde Hilfe erfahren haben.“ Dort kommen weder staatliche noch sonstige Gelder an. Mit Eseln werden die Spenden durch die schwierigen Wege in tagelangen Märschen durch die hohen Gebirge transportiert. Die Lebensmittel und Produkte werden von Helfern vor Ort verteilt, die Said Azami kennt und denen er vertraut. „Wir haben hunderte von Fotos und Rechnungen der Sachen, die gekauft und verteilt werden“, betont Rempp auf Nachfrage

Nun sind Azami und Rempp auf ein Frauengefängnis in Feizabad aufmerksam geworden und knüpften Kontakt mit Menschen, die als Besucher in das Gefängnis Einlass erhalten. Die Frauen und jungen Mädchen sind meistens vor schwerer häuslicher Gewalt geflohen oder vor einer drohenden Zwangs- und Kinderheirat. Frauen haben in dieser Gegend meistens keinerlei Rechte, sie werden von dem Großteil der Männergesellschaft würde- und respektlos behandelt, verdeutlicht Rempp. In Afghanistan haben es Frauen generell sehr schwer. Jetzt da die Taliban wieder von Tag zu Tag weiter erstarken, befürchten viele Frauen und Aktivistinnen, dass ihr Leben in Zukunft noch schlimmer werden wird.

Mädchen wie Sklaven behandelt

Junge Mädchen werden oft mit wesentlich älteren Männern verheiratet, denen sie dann praktisch wie Untertanen dienen müssen. Über Jahre hinweg müssen sie Unterdrückung und Gewalt ertragen und über sich ergehen lassen. Die, die es nicht mehr aushalten, bringen sich entweder selbst um oder sie versuchen zu fliehen. Die Flucht gelingt ihnen manchmal. Meistens werden sie aber wieder aufgegriffen. Dann werden sie entweder gleich vom Ehemann oder der eigenen Familie gesteinigt, erschossen oder – wenn sie von der Polizei in Gewahrsam genommen werden – zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. So auch die Frauen und Mädchen in dem Gefängnis in Feizabad. Hier teilen sich 20 Frauen – zum Teil mit ihren kleinen Kindern – einen Raum. Essen müssen sie meistens trockenes Brot.

„Wir freuen uns sehr, dass wir durch die finanzielle Unterstützung von Karin Dihlmann und Ingrid Rempp es nun geschafft haben, über unsere Kontaktleute vor Ort viele Dinge an die Frauen weitergeben zu können“, erzählt Rempp. „Hygieneartikel, Seifen, Shampoos, Waschpulver, Milch, Essen, Papier und Stifte und viele andere Dinge wurden verteilt. Die Frauen sind sehr dankbar gewesen.“ Auch das dritte Buch von Rempp und Azami mit dem Titel „Afghanistan-Frauen unter Peitsche und Schleier“ handelt von der schlimmen Unterdrückung und Diskriminierung der afghanischen Frauen.

Azami, der aus Afghanistan stammt und in Schwetzingen lebt, steht mit einigen Menschen vor Ort in regelmäßigem Kontakt. Sie helfen bei den konkreten Recherchen. Die Rückmeldungen kommen per Fotos, Videos und Telefonaten zu uns zurück. Auch tauscht er sich mit einigen Journalisten vor Ort aus, die über die erste Spendenaktion aus Deutschland berichten. „Wir bleiben dran und hoffen auf weitere Spenden – jeder Cent zählt!“, werben Rempp und Azami auf weitere Unterstützer. rare/zg/kaba

Info: Weitere Infos erteilen die beiden über remppr@gmx.de, Spendenkonto: https://www.betterplace.me/komak-people-help-people

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional