Schwetzingen

Katholische Kirche Chor St. Pankratius gestaltet Mozarts „Krönungsmesse“ im Festgottesdienst am Ostersonntag

Hingabe in schlichter Melodik

Archivartikel

Kein geringeres Werk als die Krönungsmesse in C-Dur, KV 317, von Wolfgang Amadeus Mozart wurde ausgewählt, um am Ostersonntag im Hochamt Freude über die Auferstehung des Herrn auszudrücken. Gestaltet wurde sie vom Kirchenchor St. Pankratius gemeinsam mit einem Solistenquartett, Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Heidelberg und dem Organisten Wolfram Heid unter der Gesamtleitung von Professor Dr. Stefan Zöllner-Dressler in St. Maria. Was ist geeigneter zu diesem österlichen Anlass?

Die Komposition erfüllt ihren eigentlichen Sinn erst im Gottesdienst. Dazu passte auch, dass sie eingebettet wurde in die Gemeindegesänge, in die Gebete und Lesungen. „Für die Einstudierung dieses Meisterwerks haben die Sängerinnen und Sänger viele Wochen vorher begeistert und konzentriert geprobt“, zeigte sich die Vorsitzende Sigrid Oehl besonders erfreut darüber, dass der Chor wieder einmal eine beeindruckende Leistung geliefert hat. Dafür wurde er von allen Seiten gelobt, ist doch diese Musik für einen Laienchor äußerst anspruchsvoll. Die Glückwünsche der Zuhörer nahm die Vorsitzende gerne entgegen, hat sie doch selbst als Solistin zum Gelingen beigetragen. „Von den zwölf Gastsängern, die sich nach unserem Aufruf zum Mitmachen angemeldet haben, sind schließlich acht geblieben“, informierte sie, „ob diese weiterhin aktiv im Chor mitsingen werden, wird sich zeigen“.

Die Wirkung von Mozarts feierlicher Musik wurde schon beim Einzug des Pfarrers und der Ministranten spürbar, als das Orchester den Kirchenraum mit den feierlichen Klängen der Sonate KV 263 füllte. Mozarts Krönungsmesse, die folgte, ist ein Juwel liturgischer Musikkunst. Sie ist für vier Solisten, einen gemischten Chor und einer festlichen Instrumentierung, Streicher, Bläser, Pauken und Orgel, geschrieben und erklingt bis bis zum heutigen Tag immer wieder bei Hochfesten. Die schlichte Melodik verbindet meisterlich opernhaften Ausdruck, Lebensfreude und religiöse Hingabe.

Bevor auf der Empore das Kyrie erklang, überbrachte Pfarrer Friedbert Böser die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi. Innig strömte danach Siegrid Oehls Sopransolo in den Raum, aufgenommen vom Tenor Xuecheng Zhang und in der Folge vom Chor mit kraftvollem Piano, eingebettet in den Orchesterklang. Strahlend schloss sich das Gloria an, im Wechsel von Solistenquartett, zu dem neben Oehl und Zhang auch Heidrun Arneger, Alt, und Georg Friedrich Abel, Bass, gehörten, und den Chor.

In allen Stimmlagen ausgewogen

Unter der Gesamtleitung von Stefan Zöllner-Dressler harmonierte die freudig bewegte Musik bestens mit den Sängerinnen und Sängern. Zwischen Lesung und Evangelium hat der Dirigent Händels „Halleluja“ aus dem „Messias“ eingeschoben. Ausgewogen in allen Stimmlagen ertönte es kraftvoll und transparent, feierlich unterstrichen von Pauken und Trompeten.

Pfarrer Böser hatte die Auferstehungsgeschichte aus dem Johannes-Evangelium als Predigttext gewählt. Bei Johannes steht Maria von Magdala im Mittelpunkt des Geschehens, er lässt sie alleine zum Grab gehen und macht sie so zur Erstzeugin der Auferstehung des Herrn. Nachdem sie das leere Grab entdeckt hat, ist für sie zunächst alles vorbei. Dann sieht sie zwar Jesus, weiß aber nicht, dass er es ist. Erst als dieser sie mit „Maria“ anspricht, erkennt sie ihn. Mit dieser Geschichte öffnete der Pfarrer den Blick der heutigen Christen für gewisse Fragestellungen: Wie erkenne ich Jesus? Wie gehe ich mit Zweifel und Angst um? Kann ich immer gleich fest an Gott glauben? Ein Zeichen für Ökumene setzte die evangelische Kirchengemeinde mit der Überbringung des Osterbrots, das nach dem Hochamt verteilt wurde.

Beim Credo, das Chor und Solisten auf beeindruckende Weise gestalteten, gedachte man noch einmal der Kreuzigung und Grablegung, um mit umso größerer Freude im jubelnden Sanctus und Benedictus einzustimmen. Das „Agnus Dei“ mit dem Solistenquartett und Chor geriet zum Höhepunkt der Aufführung, inständig stimmten sie in „Dona nobis pacem“ ein. Mit dem gemeinsam gesungen Kirchenlied „Alleluja, lasst uns singen“ und der vom Orchester meisterlich gespielten Kirchensonate KV 657 von Mozart endete das Hochamt. Die Besucher gaben ihrer Freude für diese gelungene Gestaltung durch lang anhaltenden Beifall Ausdruck.

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