Schwetzingen

Dreikönigstag Was hat es mit den Namensgebern wirklich auf sich? / Udo Mayer erklärt den Mythos

Hirten vereinen die Erdteile

Archivartikel

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Das schreibt Matthäus in seinem Evangelium im Neuen Testament (Mt, 2, 1-2) – diese Männer ehren die Christen am morgigen Sonntag, dem Dreikönigstag. Ein Feiertag, den die katholische Kirche als Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) begeht. An diesem Tag wurde den Sterndeutern offenbart, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Aber wer sind die Männer und warum gibt es einen Feiertag, der nach ihnen benannt ist? Im Matthäus-Evangelium werden diese zum ersten Mal erwähnt, aber nicht als Heilige Drei Könige. „Wichtig ist, dass die Männer Sterndeuter waren und keine Könige. Auch weiß man nicht sicher, ob es sich dabei wirklich um drei Männer handelte“, erklärt der Geistliche Rat Udo Mayer im Gespräch. Die Ableitung dessen, dass es sich um drei Hirten handele, bezieht sich auf die drei Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe, die sie dem Neugeborenen in den Stall brachten, so Mayer weiter. Die Männer sind unter den Namen Caspar („Schatzmeister“), Melchior („König des Lichts“) und Balthasar („Gott schütze den König“) bekannt. Sie sollen die Menschen aus aller Welt symbolisieren. Einer wird daher dunkelhäutig dargestellt, als Vertreter des afrikanischen Kontinents. „Die Männer sollen alle Erdteile vereinen. Vermutlich kommen sie aus dem Orient, dem Morgenland“, so Mayer. In der katholischen Kirche werden sie als Heilige verehrt. Sie brachten den Mut auf, dem Stern zu folgen, und waren, wie Mayer erklärt, die Ersten, die Jesus als Sohn Gottes erkannten.

Sterndeuter umbenannt

Auch das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, über diesen Tag und seine Bedeutung aufzuklären. So heißt es, dass man annahm, dass nur Könige Königsgeschenke überreichen können. So wurden im sechsten Jahrhundert aus den Sterndeutern Könige. Dies bestätigt auch Udo Mayer, denn „die Kunst habe aus den Sterndeutern Könige gemacht“.

Wie in Bayern und Sachsen-Anhalt ist der 6. Januar auch in Baden-Württemberg ein Feiertag. Aber nicht nur dadurch wurde der Tag in der Gesellschaft aufgewertet. Ein Grund sind vor allem die Sternsinger, die in diesen Tagen von Haus zu Haus ziehen. „Sie bringen die Botschaft Jesus, nämlich Menschen zu helfen, denen es schlecht geht“, sagt Mayer. Verkleidet als die Heiligen Drei Könige ziehen Kinder und Jugendliche durch die Gemeinden, auch in Schwetzingen. Mit Weihrauch bringen sie den Segen in die Häuser und sammeln Geld für wohltätige Zwecke.

Für Udo Mayer ist dieser Tag ein wichtiger: „An diesem Tag wird Gott Mensch, für uns bedeutet das, anderen zu helfen. Weihnachten erdet und es beginnt eben damit, den Menschen zu helfen. Denn wir versuchen etwas, in der Welt zu verändern und nicht nur den Glauben.“

Auf einen Aspekt weist der Geistliche Rat noch hin, denn dieser wird von vielen Menschen falsch gedeutet: C+M+B schreiben die Sternsinger an die Türen. Viele setzten das mit den Namen der Sterndeuter gleich, so Mayer. Doch es bedeutet „Christus mansionem benedicat“, zu deutsch: „Christus segne dieses Haus“. So wird an vielen Türen 20*C+M+B+19 prangen, um allen, die ein und aus gehen, den Segen Gottes mit auf den Weg zu geben.

Info: www.sternsinger.de/helfen/spendenmoeglichkeiten

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