Schwetzingen

Ehrhart-Schott-Schule Abteilungsleiterin Gabriele Reineck in den Ruhestand verabschiedet / Sie etablierte das Technische Gymnasium und schob internationale Projekte an

Ihre Vision „Lebensraum Schule“ gilt als Inspiration

Archivartikel

Eine Mischung aus Vorfreude und Wehmut war zu spüren, als Gabriele Reineck ihren letzten Arbeitstag beendete und sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete. Gabriele Reineck leitete die Abteilung III der Ehrhart-Schott-Schule (ESS).

Nach Abitur, Lehramtsstudium für Deutsch und Englisch am Gymnasium sowie dem Referendariat unter anderem am Schwetzinger Hebel-Gymnasium fand sie zunächst Mitte der 1980er Jahre den Weg in die Wirtschaft. Ihre Affinität zur EDV führte sie über Tätigkeiten als Entwicklerin hin zu diversen Leitungsfunktionen im mittleren Management regionaler mittelständischer Unternehmen. Hier verantwortete sie stets die EDV-Bereiche. Von hier aus wechselte sie 2002 in den Schuldienst – an die Ehrhart-Schott-Schule.

Hier wurde sie nicht nur als Englischlehrerin im Berufskolleg, sondern vor allem auch in der Fachschule für Technik zunächst im Fach IT und schließlich in Produktionsmanagement eingesetzt. Mit ihren Erfahrungen aus der Industrie war sie an dieser Stelle ein enormer Gewinn und sie wurde hier sowohl von den Schülern als auch von den Kollegen als außerordentliche Fachfrau geschätzt.

Von Anfang an engagierte sich Reineck jedoch weit über ihren Unterricht hinaus. So übernahm sie unter anderem Verantwortung bei der Einführung neuer Schularten. Auch bei der Entwicklung der ESS hin zur operativ eigenständigen Schule (OES) war sie an vorderster Front beteiligt. Dieses Projekt wurde Mitte des vergangenen Jahrzehnts von der Kultusverwaltung initiiert.

Der damalige Schulleiter Erhard Fein bestellte sie 2009 zur Fachbereichsleiterin der Berufskollegs (BK) und später wurde sie zur Leiterin der neu gegründeten Abteilung III befördert, die neben den BK das 2011 neu hinzugekommene Technische Gymnasium beherbergt. Ihre größte Aufgabe war es, dieses Gymnasium an der ESS aufzubauen und zu etablieren.

Vorbild für die Kollegen

Zu jeder Zeit war Gabriele Reineck mit ihrer Vision vom „Lebensraum Schule“ Inspiration für Kollegen. Ihnen war sie mit ihrer Vorstellung von Schule, aber auch mit ihrem weit überdurchschnittlichen Engagement und ihrer Zähigkeit stets Vorbild. So gelang es ihr, mit Gleichgesinnten ein hochmotiviertes Team zu formen, um die Schule auf ihrem Weg dahin zu begleiten, wo sie heute steht. Die vielen internationalen Austauschprogramme und Projekte, die insbesondere in den vergangenen Jahren an der ESS aufkamen, sind Beleg für die Art, wie Reineck es verstand, das Kollegium zu motivieren. Höhepunkte dieser Austausche waren stets die Abende, an denen sie sich unter persönlichem Aufwand als Gastgeberin präsentierte sowie Besucher und Kollegen in grenzenlosem Dialog die Freundschaften festigten. Die Ehrhart-Schott-Schule kann heute Kontakte zu Schulen und Bildungseinrichtungen in Frankreich, Nord- und Süditalien, Spanien, Litauen und England vorweisen.

Unter anhaltendem Applaus sämtlicher Schüler der Abteilung III sowie der Lehrkräfte wurde Gabriele Reineck symbolisch und für sie überraschend aus dem Schulhaus geführt. Schulleiter Thomas Edinger würdigte in einer sehr persönlichen Ansprache ihr Wirken und wünschte ihr nach der Zeit an „ihrer“ Schule das Allerbeste. Mit der Bitte, sich auch in der Zukunft ihren Rat einholen zu dürfen, überreichte er ihr einen Blumengruß und stieß auf den neuen Lebensabschnitt mit ihr an. Die Stelle wird im Laufe des Schuljahres neu besetzt, das Bewerberverfahren läuft beim Regierungspräsidium. mbü/zg

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