Schwetzingen

Im Gespräch bleiben

Archivartikel

Jürgen Gruler freut sich über ein neues Format der Kommunikation

Übereinander reden ist leicht, man entlarvt das Argument des anderen mit seinen eigenen Weisheiten und findet Beifall im eigenen Klientel. Noch leichter ist es, möglichst noch anonymisiert die Kommentarfunktion im Internet zu drücken und sich über den vermeintlichen Gegner auszulassen, am besten gleich noch mit einer deftigen Beleidigung gewürzt. Das war jetzt bei unserem Redaktionsgespräch schon eine andere Sache. Staatssekretär Dr. Andre Baumann hatte selbst die Idee dazu und die Zeitung hat gerne den Kontakt mit den Schwetzinger Landwirten hergestellt und die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Der Umgang miteinander blieb fair, die Meinungsunterschiede wurden klar, aber es gab auch Übereinstimmung in vielen Punkten. Landwirte sind Unternehmer, sie müssen von dem leben, was sie anbauen. Wenn sie statt der Ernte im Auftrag des Naturschutzes tätig werden sollen, muss das so bezahlt werden, dass es sich für sie rentiert. Und wir alle sollten die Arbeit, die hinter der Produktion unserer Lebensmittel steckt, endlich wieder schätzen lernen und dafür angemessene Preise bezahlen. Am besten direkt im Hofladen, denn dort kommt das Geld ohne die Abschöpfung im Groß- und Einzelhandel direkt dort an, wo es gebraucht wird.

Rentiert hat sich das Gespräch auf jeden Fall. Weil beide Seiten sich mit der jeweils anderen Meinung auseinandergesetzt haben. Für uns als Zeitung übrigens auch, denn es bestärkt uns in dem Vorhaben, in den künftig neuen Räumlichkeiten im Hause „Grüner Baum“ öfters mal so ein Format anzubieten, an dem dann auch einige Leser teilnehmen können – ein Forum für Meinungen zu sein, das ist unser Ziel. Und das Redaktionsgespräch über die Schwetzinger Wiesen war dorthin ein erster Schritt. Auch wenn es am Ende offen geblieben ist, ob es einen Runden Tisch geben wird, an dem Zukunftsideen für die Landwirtschaft auf den Schwetzinger Wiesen ausgetauscht, geprüft und weitergetrieben werden können. Wir haben jedenfalls fest vor, im kommenden Jahr mal unsere Leser vor Ort bei Begehungen ausführlich zu informieren. Natürlich auch dort wieder mit Vertretern vom Naturschutz und von der Landwirtschaft – wenn man da überhaupt einen Gegensatz sehen muss.

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