Schwetzingen

Alte Wollfabrik "Night Fever - the very best of Bee Gees#201d sorgt für ausverkauftes Haus

Im Zentrum des Publikums

Archivartikel

Hautnah, ganz dicht dran sind die Gäste in der ausverkauften Wollfabrik am ersten von zwei Tagen mit "Night Fever - the very best of Bee Gees", der weltweit erfolgreichen Tribute Band. Mittendrin sind dieses Mal Musiker und Sänger platziert, die sich erst einmal umschauen, "was ganz anderes einmal auch Applaus von hinten zu bekommen", meint Franco Leone, der für Robin Gibb, einen der beiden Zwillingsbrüder, auf der Bühne steht.

Michael Zai, der Barry Gibbs Part übernimmt, fühlt sich gleich wohl im Zentrum des Publikums, "aber wir sehen unsere Musiker mal direkt", flachst er ob der ungewohnten Situation. Für Uwe Haselsteiner, der in die Rolle von Maurice Gibb schlüpft, hat der Freitagabend noch einen besonderen Aspekt: Er hat Geburtstag, bekommt ein vielstimmiges Ständchen und sogar ein Präsent aus dem Publikum. Klingt und ist eine familiäre Situation, die für die Zuhörer, allesamt eingefleischte Bee-Gees-Fans zum Erlebnis "ihrer" Idole wird, denn an der Authentizität der Interpretation der Musiker besteht kein Zweifel.

Das berühmte "Augen zu und schon sind die Stars da", kommt auch hier zum Tragen. Auf die Frage, wer zum ersten Mal die Band erlebt, heben sich sehr viele Finger, was die Musiker total freut und dem Konzert noch mehr die Note von "come together and have fun", zudem vom absoluten Hörerlebnis verleiht. Optisch passt es ganz gut, die Haartracht von Barry, der Hut von Maurice, die Sonnenbrille von Robin, wer die Originale vor Augen hat, der erkennt die Details wieder.

Unverwechselbare Singhöhe

Erste Gitarrenklänge, jeder kennt den Song "Heartbreaker", hört diese Stimmen, auch das gibt die Brüder Gibb wieder. Falsett, diese unverwechselbare Singhöhe, dreistimmig, das bedeutet eintauchen und genießen oder mitsingen, tanzen, das ist angesagt. Zai, der das Projekt "Night Fever" als bekennender Bee-Gees-Fan initiierte, Leon, der mit dreieinhalb Oktaven Stimmvolumen eigentlich alles singen kann und Haselsteiner virtuos am Keyboard, hier ist ein Zusammenkommen von exzellenten Musikern und Stimmen gelungen, das hervorragend durch Frank Landes am Bass, Helmut Scholz an der Gitarre und Drummer Cay Rüdiger "rund" gemacht wird. Authentisch und doch mit eigener Note werden die Hits der Jungs, die die Disco-Ära prägten in der Wollfabrik an zwei Abenden lebendig, die Fans honorieren das mit teils frenetischem Applaus.

"Words", kollektiv gesungen, mal ganz ohne die Protagonisten des Abends, das klappt klasse und wiederholt sich bei "Stayin' Alive" und heiß umjubelten Krachern "How Deep is Your Love", "Lamplight", "Ordinary Lives". Party satt wird zelebriert in der ganz heimeligen "unplugged" Atmosphäre, die zusammenbringt, was zusammenpasst: Außergewöhnliche Musiker, mit außergewöhnlicher Musik, die weit über ihre Zeit hinaus ihre Fans behalten und neue gefunden hat. Daumen hoch für ein prima Erlebnis, eine Reise zurück in die Zeit.

Ein Wiedererleben von pulsierenden Disco-Beats und dreistimmigem Falsett-Gesang, das an zwei sehr unterschiedlichen Abenden für beste Unterhaltung sorgte. Samstags gab es dann wieder das übliche Konzertszenario - Band auf der Bühne, Publikum davor, weniger hautnah, mit mehr Technikunterstützung und etwas anderer Setlist, aber nicht minder mit Extrem-Feiercharakter.

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