Schwetzingen

Woche der Wiederbelebung Nur 15 Prozent helfen im Ernstfall

In drei Schritten Leben retten

Deutschland braucht mehr Ersthelfer, konstatiert die Stiftung Deutsche Anästhesiologie anlässlich ihrer Aktion "Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation" - denn die aktuelle Bilanz ist alarmierend: Nur 15 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall, heißt es in einer Mitteilung der GRN-Klinik.

Rund 5000 Menschen sterben jährlich, weil Anwesende nicht helfen. Dabei kann Wiederbelebung so einfach sein: "Prüfen. Rufen. Drücken!" sind drei leicht zu merkende Schritte bei einem Herzstillstand. Erst die Reaktion und Atmung überprüfen, dann den Notruf 112 wählen und die Herzdruckmassage sofort beginnen.

Mit der alljährlichen Woche der Wiederbelebung, die in diesem Jahr vom 18. bis 24. September stattfindet, wollen Deutschlands Anästhesisten unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit das Selbstvertrauen der Bürger in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer stärken - für mehr gerettete Leben.

Das Team der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin der GRN-Klinik führt unter der Leitung von Chefarzt Dr. Christian Bopp Aktionen in verschiedenen Schwetzinger Schulen und auf den Kleinen Planken durch. Unterstützt werden sie dabei durch das Ärztenetz Schwetzingen und dem Deutschen Roten Kreuz, Ortsverband Schwetzingen, heißt es weiter in der Mitteilung.

Im Notfall richtig handeln

Am 18., 19. und 22. September wird das Wiederbelebungs-Team Schülern des Privatgymnasiums Schwetzingen, des Carl-Theodor-Gymnasiums, der Erhart-Schott-Schule sowie der Schimper-Gemeinschaftsschule in die Theorie und Praxis der Reanimation einführen. In Gruppeneinweisungen, Videodemonstrationen und praktischen Übungen werden die Acht- und Neuntklässler geschult, um zukünftig im Notfall richtig reagieren zu können.

Am Samstag, 23. September, wird das Team mit Dr. Christian Bopp von 9 bis 14 Uhr auf den Kleinen Planken interessierte Passanten über die Theorie und Praxis der Wiederbelebung, das Thema Herz-Kreislauf-Stillstand und die in der Stadt installierten Defibrillatoren informieren.

Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise bis zu 100 000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Dabei ist es gerade bei einem Herzstillstand unerlässlich, schnell zu handeln: Bereits drei Minuten nach dem Stillstand wird das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt - es treten unwiderrufliche Schäden auf, schreibt die GRN-Klinik in der Mitteilung.

"Oftmals sind viele Menschen im Ernstfall überfordert, weil sie zuerst an die stabile Seitenlage oder den Wechsel zwischen Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung denken. Dass eine Herzdruckmassage ausreicht, wissen viele nicht.", erklärt Professor Hugo van Aken, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

"Man kann nichts falsch machen!" Auch ohne Ersthelferkenntnisse ist es einfach, Leben zu retten: Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional