Schwetzingen

Ina Müller macht Marcel zu ihrem „Bodyguard“ – und der macht einen tollen Job

„Nein“, schüttelte Marcel den Kopf, von Ina Müller hatte er vorher noch nie etwas gehört. Auch ihre Sendung „Inas Nacht“ hatte er noch nie gesehen. „Da muss ich ja immer arbeiten.“ Seit Sonntagabend kennt er die Sängerin, Moderatorin, Autorin und Kabarettistin hautnah.

Denn der 20-jährige Mitarbeiter der Securityfirma hatte seinen Platz direkt an der Treppe, die von der Bühne zum Publikum. Und da die 53-Jährige nach ihrem Fußbruch vor drei Wochen Schwierigkeiten hatte, die Stufen hinunter- und hinaufzulaufen, das aber unbedingt wollte, musste Marcel ran – und löste diese Aufgabe zwar etwas verlegen, aber professionell und mit zunehmender Aufmerksamkeit. „Ein Auge auf die alte Frau da oben, ein Auge auf den Mörder“, beschrieb Ina Müller Marcels Aufgabe. Der Alzeyer war sich seiner Verantwortung bewusst: „Ich habe ja hier einen Job zu machen.“ Das machte er hervorragend.

Beinahe hätte er sie sogar wie im Film „Bodyguard“ auf die Bühne tragen sollen, doch das wollte Ina Müller dem schlaksigen Kerl dann doch ersparen. Und „Bodyguard“ hatte er ohnehin noch nie gesehen. Ina Müller hingegen hatten viele der 4000 Konzertbesucher schon gesehen, aber nur im Fernsehen. Wie sie live ist, wissen sie nun: „Wir wussten überhaupt nicht, was auf uns zukommt“, gaben Beate Widenka und Detlev Meyer-Düttingdorf zu. Die Schwetzinger hatten die Karten erst am Nachmittag geschenkt bekommen – und den Besuch nicht bereut. „Es war echt super“, lobte Beate und strahlte. Detlev gab ihr recht: „Sie ist echt ein guter Typ, die hat was zu sagen.“ Und: „Mit der wäre es sicher klasse, mal eine Nacht durchzuquatschen.“

Und quatschen kann Ina Müller mindestens genauso gut wie singen. „Singen und Sabbeln“ ist ja seit Jahren ihr Markenzeichen. Dem einen oder anderen Besucher war das etwas zu viel. „Es heißt doch Musik im Park und nicht babble im Park“, kommentierte Hermann Georg Wörn, fand den Abend aber insgesamt nicht schlecht.

Der überwiegende Teil des Publikums war da begeisterter. „Es war richtig klasse“, meinte die Leiterin der Schlossverwaltung, Sandra Moritz zu später Stunde – und meinte damit sowohl Ina Müller als auch die gesamte Konzertreihe. „Es ist alles super gelaufen“, bilanzierte sie. Und dazu hat auch Marcel seinen Teil beigetragen. ali

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