Schwetzingen

Telefonaktion Anwältin geht auf Fragen zum Arbeitsrecht ein

Ist Kurzarbeit verpflichtend?

Archivartikel

Darf ich mich weigern, in Kurzarbeit zu gehen? Kann ich Unterstützung bei meinem Unternehmen einfordern, wenn ich Kinder zu Hause habe? Und muss ich wirklich Angst um meinen Job haben? Viele dieser Fragen schwirren gerade in den Köpfen der Menschen umher.

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen hat die Gesellschaft schwer getroffen. Bei einer Telefonaktion können unsere Leser deshalb die brennendsten Fragen zum Thema Arbeitsrecht an die Fachanwältin Esther Beckhove am Donnerstag, 14. Mai, ab 17 Uhr für eine Stunde stellen. Vieles sei mit einer Rechtsgrundlage verbunden, weiß die Expertin. „Beispielsweise muss beim Thema Kurzarbeit irgendwo vermerkt sein, dass der Arbeitgeber das darf. Sonst kann der Mitarbeiter es ablehnen. Andererseits was wäre dann jetzt gerade die Konsequenz? Vermutlich eine Entlassung, weil das Unternehmen es wirtschaftlich nicht stemmen kann“, erklärt sie.

Auch über das Thema Arbeitsunfähigkeit weiß Beckhove Bescheid: „Oft kam die Frage auf, wie viel Geld arbeitsunfähige Arbeitnehmer bekommen, sobald es zur Kurzarbeit kommt. Die Entgeltfortzahlung reduziert sich dann auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes. Oder ob zunächst Urlaubstage zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt werden müssen. Ich habe dann empfohlen, einen Urlaubsplan für das Kalenderjahr zu erstellen. Genehmigter Urlaub kann nicht zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt werden.“

Ungerechte Behandlung

Es gibt auch Menschen, die sich nun ungerecht behandelt fühlen. „Ich muss in Kurzarbeit, aber mein Kollege nicht, wieso?“ Da sei es wichtig, sich erstmal die verschiedenen Abteilungen anzusehen. „Die eine Abteilung stellt Masken her, da ist die Nachfrage noch größer als zuvor und die andere stellt etwas für Gaststätten her und das wird gerade nicht gebraucht. Innerhalb der Abteilung darf der Arbeitgeber allerdings nicht willkürlich handeln.“ Die Entscheidung könne allerdings durch einen sozialen Grund abweichen, hier sei wichtig, dass die Arbeitgeber vorher das Gespräch zu den Mitarbeitern suchen. „Oft gibt es auch Freiwillige, die in Kurzarbeit gehen, um Kollegen zu unterstützen.“ nina/Bild: Beckhove

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional