Schwetzingen

Jeder kann unterstützen

Es ist die letzte Videothek in der Stadt. Vermutlich kann Bernd Wilberg das „Elpi“ nur deshalb halten, weil er erfrischend offen ist und sein Fach versteht – und liebt. Genau wegen dieser Liebe zum Film und zu seinen Kunden will er jetzt kämpfen. Dabei reicht es nicht, die finanzielle Situation der Videothek zu bedauern und Wilberg ein „Früher war ich hier so gerne“ zu entgegnen. Was wirklich hilft, sind zahlende Kunden. So drastisch das auch klingt.

Und nicht nur die Kasse muss dabei stimmen: Bernd Wilberg kennt seine Filme, wenn er aber niemanden beraten kann, schwindet auch seine Motivation. Das will er verhindern. Deshalb beklebt er sein Schaufenster, bietet Jahresabos an und nimmt ein Video auf, bei dem er seine Lage schildert. Dabei zeigt er sich nicht bemitleidenswert oder bettelnd. Er zählt die Fakten auf und erklärt die möglichen Konsequenzen.

Ein sympathischer Kämpfer, der in den vergangenen Jahren zusehen musste, wie immer mehr lokale Geschäfte für immer die Türen geschlossen haben. Die Menschen sollten wachgerüttelt werden und verstehen, dass ihre Entscheidung etwas ändern kann. Viele wundern sich, dass sich manche Läden in der Innenstadt nur wenige Monate halten können – dabei haben sie es durch ihre Kaufkraft in großen Teilen selbst in der Hand.

Eines können die Kunden jedenfalls nicht sagen: Dass sie nicht Bescheid wussten, wie es um die Videothek „Elpi“ steht.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional