Schwetzingen

Städtepartnerschaft Im oberbayerischen Karlshuld haben sie dem kurpfälzischen Pendant einen besonderen Bereich gewidmet / Offizielle Einweihung erst 2021

Jetzt gibt es einen Schwetzinger Platz

Archivartikel

Die Idee, einen Schwetzinger Platz zu schaffen, hatten die Karlshulder schon 2018. Damals wurde die Partnerschaft zwischen den beiden etwa 300 Kilometer voneinander entfernten Orten in Oberbayern und Nordbaden offiziell besiegelt. Und als Hochzeitsgeschenk gab es eine der schmucken Jubiläumsbänke aus Schwetzingen. „Für die brauchen wir einen besonderen Platz“, da seien sich sofort alle einig gewesen erinnert sich Michael Lederer, damals Gemeinderat, inzwischen Bürgermeister. Jetzt – knapp zwei Jahre später – ist der Schwetzinger Platz vor dem 1984 erstellten Schützenhaus in Neuschwetzingen nahezu fertig.

Mit einer sogenannten „Hebauf-Feier“ wurde nun im kleinen Kreis darauf angestoßen, dass das Dach auf ein sehr schönes Buswartehäuschen gesetzt wurde – das Prunkstück des neuen Bereichs. „Das ist der Karlshulder Ableger vom Schwetzinger Schloss“, lachte Lederer. Eigentlich hatten die Karlshulder den Platz am 30. April einweihen wollen, dem letzten Amtstag von Karl Seitle, der nach 36 Jahren als Bürgermeister in den Ruhestand ging.

An diesem Tag wären auch etwa 50 Teilnehmer einer Bürgerreise aus Schwetzingen mit von der Partie gewesen. Doch Corona machte alledem einen Strich durch die Rechnung, auch die Bauarbeiten kamen ins Stocken. Doch mit der Fertigstellung des wahrscheinlich schönsten Buswartehäuschens in ganz Bayern ist der Großteil geschafft.

Symbol der Freundschaft

Der Platz an der Ingolstädter Straße ist das Ergebnis ehrenamtlichen Engagements. Denn Karl Seitle hatte damals die Idee, die Umsetzung zu delegieren und fand mit den Gemeinderäten Brigitte Fleischmann und Manfred Pelzer die richtigen Leute. Dass der Platz als Symbol der Partnerschaft gebaut werden soll und auch wo, darüber habe am Ratstisch große Einigkeit geherrscht. Fleischmann und Pelzer – als Gerüstbaumeister selbst ein großer Handwerker vor dem Herrn – fanden schnell die richtigen Mitstreiter.

Einer davon ist Siegfried Schäfer, der direkt nebenan wohnt und gleich in mehrfachem Sinn eine Säule der Partnerschaft ist. Denn er war es, der 1988 zusammen mit der Schwetzingerin Linni Heimburger die Kontakte wieder aufnahm und pflegte. Schäfer, der auch schon Gemeinderat, Ortsvorsteher und Schützenvereinsvorsitzender war, hat auch das einst vom Max Schell angefertigte Modell des Schwetzinger Schlosses auf dem Neuschwetzinger Maibaum neu gemacht.

Und er ist auch noch ein direkter Nachfahre einer der fünf Familien, die 1803 aus Schwetzingen ins Donaumoos übersiedelten. Dass jetzt ausgerechnet er die Wände des kleinen Bauwerks hochmauerte, schließt den Kreis. Damit er auch im Winter arbeiten konnte, bekam er extra ein Zelt aufgebaut – und am 30. Januar setzte er den letzten Stein. „Ziel war ja ursprünglich der 30. April.“ Das Wiedersehen musste aber dann aus bekannten Gründen ausfallen.

Gemütliche „Hebauf-Feier“

„Schwetzingen hat das Schloss, da müssen wir auch was bieten“, sagte Brigitte Fleischmann am Rande der „Hebauf-Feier“ auf dem Gelände des Schützenvereins „Edelweiß“ Neuschwetzingen, wo alle am Bau Beteiligten dabei waren. So auch Claus Pollok, der den Dachstuhl zimmerte. „Das ist mein erstes Bushäusel in 18 Berufsjahren“, schmunzelte er stolz. Für das Kupferdach des etwa zehn Quadratmeter großen Konstrukts hatte Spengler Patrick Eisen gesorgt, auf dem Windfähnchen hat er die Zahl 2018 verewigt, den offiziellen Beginn der sehr lebendigen Partnerschaft.

Dach ist zwei Tonnen schwer

„Weitere Helfer waren immer vor Ort“, lobte Bauleiter Manfred Pelzer, der das Fundament betoniert hatte und nun auch das rund zwei Tonnen schwere Dach mit seinem Kranwagen aus dem benachbarten Hof von Siegfried Schäfer zum Schwetzinger Platz bugsierte. Auch er freute sich über das Ergebnis, das sich wahrlich sehen lassen kann. Dazu gehört auch das Pflaster, das die Schützen komplett neu verlegt haben, und ein ebenfalls frisch angelegter Grünbereich. Das Material zahlt übrigens die Gemeinde. Michael Lederer schätzt die Gesamtsumme auf rund 15 000 Euro.

Auch Ex-Bürgermeister Karl Seitle kam zur Feier und freute sich immer noch narrisch über seine Idee, die Umsetzung des Schwetzinger-Platzes an Fleischmann und Pelzer zu delegieren.

Ganz fertig ist das „Buswarte-Schlösschen“ aber noch nicht: In den Fenstern sollen die Wappen und eine Geschichtstafel der beiden Partnergemeinden angebracht werden, beides aus Glas. Und ein Straßenschild fehlt auch noch. „Das kommt aber erst dran, wenn wir den Platz offiziell eröffnen“, kündigt Bürgermeister Lederer an.

Irgendwann im Spätsommer 2021 soll das passieren – dann mit den Freunden aus Schwetzingen und einem zünftigen Fest. Das war die „Hebauf-Feier“ am Wochenende übrigens auch.

Info: Weitere Impressionen aus Neuschwetzingen gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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