Schwetzingen

Ehrhart-Schott-Schule Wie funktioniert digitales Unterrichten an der gewerblich-technischen Bildungseinrichtung? / Lehrvideos über eigenen Youtube-Kanal

Jetzt wird per Live-Übertragung gelernt

Der Presse konnte man entnehmen, dass seitens der Landesregierung aufgrund der Schulschließung unter anderem vorgegeben wurde, die Schüler zuhause mit Aufgaben zu versorgen. Um dies auf klassische Weise vorzubereiten, hatten die Lehrer ein Wochenende lang Zeit, in der sie ihre Unterrichtsmaterialien aufbereiten und kopieren konnten, um diese schließlich am Montag vor einer Woche an die Schüler auszuteilen. So empfiehlt die Landesregierung den Lehrkräften, insbesondere digitale Möglichkeiten, um der Materialversorgung nachzukommen. Wie das aber genau funktioniert, kann am Beispiel der Ehrhart-Schott-Schule (ESS) dargestellt werden.

Zunächst einmal setzten sich unmittelbar nach der Ankündigung vom Ministerin Eisenmann der EDV-Leiter der ESS, David Baumgärtel, und der Leiter des Technischen Gymnasiums, Christopher Beier, zusammen und testeten verschiedene Möglichkeiten aus. Die Lösung fiel dann auf einen Mix, der sowohl die Unterrichts- und Lernmaterialversorgung der Schüler sowie die Kommunikation der Lehrkräfte untereinander sicherstellt.

Die Ehrhart-Schott-Schule nutzt schon seit längerem die Cloudlösung Nextcloud. Der Server hierzu steht im Untergeschoss des Schulgebäudes, weshalb den strengen Datenschutzbestimmungen in jedem Fall nachgekommen wird. Jeder Schüler und jede Schülerin, die einen Zugang zum Schulnetzwerk im Schulgebäude hat – das sind letztendlich alle im Zuge des PC-Unterrichts – kann sich nun über die Schulhomepage auf der Cloud anmelden.

Hier gelangt man dann in das eigene Klassenforum, in dem jedes einzelne Schulfach einen besonderen Windows-Ordner besitzt, welcher wiederum mit einem Einsammel- und einem Austeil-Ordner versehen ist. Das Austeilen von Lernmaterial sowie das Einsammeln der Schülerlösungen ist somit gewährleistet. Diese Technik wird bereits seit längerem an der ESS praktiziert.

Unterricht per Live-Übertragung

Weiterhin wurde ein Youtube-Kanal angelegt, über den Lehrkräfte Lernvideos und Tutorials hochladen können, auf die bei der Bearbeitung der Lernmaterialien zugegriffen werden kann. Auch die Möglichkeit weiterhin Unterricht zu halten, wurde geschaffen. Das in der Gamer-Szene genutzte Tool Discord ermöglicht die Live-Übertragung von Lehrervorträgen innerhalb einer geschlossenen Gruppe.

Die Schüler werden per Mail vom Lehrer in den Kurs eingeladen und zu einem vorher fest ausgemachten Zeitpunkt finden dann Übertragungen vor der Kamera oder auf Basis von Präsentationen oder Aufschrieben statt. Auch der Dialog innerhalb der Teilnehmer ist hier möglich.

Die Kommunikation unter den Lehrkräften wird mittels Microsoft- Teams sichergestellt. Das bewährte System ermöglicht Besprechungen und Konferenzen vor dem eigenen Rechner, die dann mittels Kamera zusammengeführt werden. Somit zeigt die Ansicht eines jeden Bildschirms eine Live-Darstellung aller Gesprächspartner. Genutzt wird dieses System insbesondere zum gegenseitigen Austausch innerhalb von Fachgruppen zur Erstellung von Unterrichtsmaterial oder für sogenannte schulinterne Lehrerfortbildungen.

Am letzten Schultag vor der Zwangspause ging dann alles sehr schnell. Bei einer Kurzkonferenz informierte Schulleiter Thomas Edinger das Kollegium über das weitere Vorgehen. Danach instruierte man die Schülerinnen und Schüler. Ab 11 Uhr fanden dann nacheinander Einführungsfortbildungen unter der Federführung von David Baumgärtel zu den verschiedenen oben genannten Anwendungen statt, wo man unter anderem die Schüleraccounts anlegte und die Klassen einlud. Erste Austausche und Sequenzen fanden dann bereits ab dem Montagnachmittag statt.

Alles in allem ist jedoch klar, dass diese digitalen „Helferlein“ jetzt Unterstützer in der Not darstellen und einen Unterricht nach dem Shut-down an der einen oder anderen Stelle maximal untermalen können. Digitale Möglichkeiten sind stets nur Zusatzmöglichkeiten und werden nie den engagierten Lehrer in einem Präsenzunterricht ersetzen können. Um Schüler „anzuzünden“, muss der Lehrer selbst „brennen“! Ein brennender PC wäre im Unterricht eher ungünstig.

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