Schwetzingen

Jugendbotschafter Merve Deniz und Alexander Jordan sind die ersten Bewerber / Leidenschaft zum Basketball verbindet die beiden

Junger Impuls für unsere Stadt

In Kooperation mit den Partnerstädten organisiert die Stadt Austauschprogramme für Schüler und Azubis. Auch ein Online-Praktikantenportal gibt es mittlerweile. Katrin Schubkegel, die für die Städtepartnerschaften zuständig ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur „die Erwachsenen über 40 anzusprechen“, sondern auch etwas für die jungen Menschen zu schaffen. „All unsere Projekte gehen bisher über die berufliche Schiene. Aber wir wollen auch was für die Freizeit der Jugendlichen gestalten“, sagt Schubkegel, die sich mit der Azubine Jasmina Taslaman, die bei der Stadt ein duales Studium macht, junge Verstärkung ins Boot geholt hat.

So begann Anfang diesen Jahres die Kooperation zwischen Rathaus und Jugendhaus „Go in“. Jugendreferentin Andrea Kroll und Katrin Schubkegel überlegten sich, was sie im Freizeitbereich für Jugendliche anbieten könnten. „Wir wollten die Jugendlichen nicht nur fragen, was sie wollen, sondern möchten sie in Entscheidungen einbinden“, macht Schubkegel klar.

Idealerweise lässt es sich mit zwei bis drei Jugendlichen gut arbeiten – die Idee für die Aktion Jugendbotschafter war geboren. Aber direkt kam die nächste Frage auf: Warum nur in Schwetzingen und nicht auch in den Partnerstädten? „Die Jugendlichen können so viel über ein anderes Land, eine andere Kultur und Sprache lernen“, hebt Schubkegel die Vorteile einer möglichen Kooperation hervor.

Erstes Casting bei Nikolausparty

Noch bis zum 1. November können sich die Jugendlichen bewerben, bevor mit der Nikolausparty im „Go in“ am Freitag, 7. Dezember, die Cas-tings beginnen. „Die Bewerber müssen dort Aufgaben erfüllen, die auch mit dem Wissen über die Partnerstädte zu tun haben. So sammeln die Kandidaten Punkte, die beim dritten und letzten Casting am Freitag, 22. Februar, in die Endwertung mit eingehen“, erklärt Kroll das weitere Vorgehen. Über die Yovo-App können die Freunde und Anwesenden dann vor Ort abstimmen. Mindestens 14 Jahre alt müssen die Jugendlichen sein, aber nicht älter als 25.

Sportliche Leidenschaft verbindet

Zwei Bewerber gibt es derzeit für die Stellen – Merve Deniz (19) und Alexander Jordan (18). Wie es die Voraussetzung ist, kommen beide aus Schwetzingen. Regelmäßig waren sie früher im „Go in“, es war wie ein zweites Zuhause. Merve geht in Mannheim auf die Friedrich-List-Schule (Wirtschaftsgymnasium) und legt sich das als kleinen Nachteil aus, da Alexander mehr Freunde in der Stadt hat, weil er auf die Erhart-Schott-Schule geht (Technisches Gymnasium). „So ein Quatsch“, merkt der 18-Jährige gleich an. Die Stimmung zwischen den beiden ist und bleibt locker und respektvoll.

Eine sportliche Gemeinsamkeit verbindet die beiden. Sie spielen leidenschaftlich gerne Basketball. „Früher war ich im Verein aktiv, aber mittlerweile nicht mehr. Dennoch spiele und schaue ich den Sport noch immer total gerne“, erzählt Merve. Nach der Schule möchte sie Soziale Arbeit studieren, denn der Kontakt mit Menschen ist ihr sehr wichtig. Das beweist sie auch dadurch, dass sie kellnert, seit sie 16 Jahre alt ist. Merve hat selbst einen Migrationshintergrund, ihre Eltern kommen aus der Türkei, was sie im Alltag auch schon negativ erfahren musste. Deshalb macht es ihr noch mehr Spaß, mit Menschen zu arbeiten, die nicht alle die gleichen kulturellen Hintergründe haben. „Meine Freunde würden mich als sehr tolerant beschreiben. Ich akzeptiere die Menschen einfach wie sie sind“, macht die 19-Jährige für sich Werbung.

Infos gibt’s an den Schulen

Seit zehn Jahren wohnt der 18-jährige Alexander in Schwetzingen. Seit drei Jahren ist er bei der evangelischen Jugend tätig und war auch schon bei Konfirmandenfreizeiten dabei. Besonders freut er sich darauf, dass er jetzt endlich seinen Führerschein machen darf. „Von der Position als Jugendbotschafter erwarte ich mir vor allem, dass ich mehr vom Geschehen in Schwetzingen mitbekomme“, sagt der 18-Jährige. Und sicher ist er sich, dass es auch für die Stadt gut ist, denn „es passiert nicht nur was für die Jugend, sondern mit der Jugend“.

Andrea Kroll, Katrin Schubkegel und Jasmina Taslaman informieren am Mittwoch, 17. Oktober, um 9.05 und 11 Uhr in den großen Pausen die Schüler des Hebel-Gymnasiums über die Aktion Jugendbotschafter. Am Dienstag, 23. Oktober, findet um 9.30 Uhr eine Infostunde in der Carl-Theodor-Schule statt.

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