Schwetzingen

Museum Blau Elisabeth Voigtländer bietet Kurse in den Sommermonaten an / Wahrnehmung der Farben fördern und Lernziele erarbeiten

Kinder erschaffen „ihr“ Museum

Archivartikel

Kleine Figuren mit weißer Hose und großen Füßen, eine weiße Zipfelmütze und eine große Nase. Das gehört zum Erkennungsbild der Schlümpfe, die der Künstler Pierre Culliford, bekannt unter dem Künstlernamen Peyo, geschaffen hat. Aber eine Besonderheit ist die offensichtlichste. Die kleinen Figuren aus Schlumpfhausen sind blau.

Aber warum ist das so? Der Künstler hat es bereits selbst erklärt: „Ich wollte ein kleines Wesen erschaffen. Es sollte kein Mensch sein. Ich konnte es nicht gelb machen, weil das chinesisch aussieht, auch nicht grün, weil man dann an Marsmenschen gedacht hätte. Nachdem ich so einen ganzen Regenbogen von Farben ausgeschieden hatte, habe ich schließlich blaue Schlümpfe erfunden.“ Und um genau die Farbe dreht sich ja bekanntlich auch alles im Museum Blau in Schwetzingen.

Museumspädagogin Elisabeth Voigtländer geht in einen kleinen Raum, in dem blaue Regale und Stühle stehen. Ein Glas Wasser bietet sie an, das natürlich in einem blauen Glas gereicht wird. Auf dem Tisch liegen zwei Druckbilder, die Lisa-Marie und Hannah gemacht haben. „Ich war mit ihnen im Vogelzimmer. Sie waren ganz begeistert von der Vielfalt der Vögel und daraus entstand der Pfau, obwohl wir über diesen gar nicht gesprochen hatten“, erzählt Voigtländer voller Begeisterung.

Während ihres Studiums der Kunstgeschichte, Erziehungswissenschaften und Theologie absolvierte Voigtländer Praktika im Bereich der Museumspädagogik. Auch ihre Prüfung legte sie in diesem Bereich ab, bevor sie ein Volontariat und eine feste Stelle in der Pfalzgalerie Kaiserslautern bekam. Heute arbeitet sie als neue Museumspädagogin im Museum Blau und bietet ein spannendes Programm für Kinder.

„Die Sensibilisierung für die Farbe und das bewusste Wahrnehmen der Nuancen ist mir besonders wichtig. Das feine Wahrnehmen von Farben will ich fördern“, erzählt sie unserer Zeitung. Zu Beginn einer Veranstaltung zeigt sie den Kindern die Räume und lässt diese auf die Kinder wirken. Von Mineralien, Vögeln, Fischen und Pflanzen, über das Meer und den Himmel, ist alles zu betrachten. „Vieles kennen die Kinder auch nicht, aber die Schlümpfe, der Elefant bei der Maus und Käpt’n Blaubär ist fast allen Kindern ein Begriff“, nennt Voigtländer Beispiele, die buchstäblich einleuchtend sind.

Geburtstagsfeiern und Kurse

Das kreative Arbeiten und der Freiraum, den die Mädchen und Jungs haben, sind ihr besonders wichtig. Deshalb bietet das Museum auch Kindergeburtstage an, bei denen das Geburtstagskind im Voraus eine Tour bekommt und ein Thema gemeinsam erarbeitet wird. „Besonders wichtig ist es, dass die Lernziele von den Kindern mitbestimmt werden“, legt die Pädagogin Wert auf die Arbeit der Kinder. Am Geburtstag selbst findet dann ein Rundgang statt und im Anschluss werden blaue Bilder und Kunstwerke erschaffen, das kann ein Mobile sein, eine Unterwasserwelt wird gemalt oder Ketten hergestellt.

In einem sechswöchigen Kurs im Sommer können die Kinder ihr eigenes Museum Blau errichten. Von zu Hause oder aus der Natur können Gegenstände mitgebracht werden. Gemeinsam werden Kunstwerke erschaffen und am Ende entsteht ein eigenes Museum. „Ich hoffe, dass der Kurs zustande kommt. Leider gibt es bisher noch keine Anmeldungen“, erzählt die etwas niedergeschlagene Museumspädagogin. Aber bisher wurde ja auch noch nicht die Werbetrommel per Zeitung gerührt.

In ihrem Job fühlt sich Elisabeth Voigtländer wohl, das merkt jeder, der sich mit ihr über die Farbe Blau und die Arbeit mit den Kindern unterhält. „Es ist schön, mit den Kindern zu arbeiten. Erstaunlich ist es immer zu sehen, wenn sie etwas Neues entdecken, das blau ist, was sie nicht kannten.“ Im Raum, der den Himmel zeigt, hängt eine weiße Wolke, auf die sich die Kinder setzen und schaukeln können. Ein Ereignis mit der Wolke bleibt ihr im Gedächtnis und strahlend erzählt sie, dass „das Mädchen, das auf der Wolke saß, beim Schaukeln gerufen hat ,Ooh, ich bin im Himmel‘. In diesen Situationen liebe ich diesen Job.“

Info: Sechs-Wochen-Kurs „Mein eigenes Museum Blau“: Mittwochs vom 13. Juni bis 18. Juli, jeweils von 15 bis 16.30 Uhr – ab 6 Jahren. Teilnahmegebühr 48 Euro. Anmeldung möglich unter der E-Mail museumblau@posteo.de

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