Schwetzingen

Musikschule Rudolf Meister und seine Frau Ok-Hi Lee zu Gast

Klavierabend der Extraklasse

Archivartikel

Ein Duo im Leben wie in der Musik beehrte die Musikschule mit einem Klavierabend der Extraklasse. Während es für Prof. Rudolf Meister bereits das fünfte Mal ist, dass er dem Flügel im Franz-Danzi-Saal wundervolle Töne entlockt, begleitet ihn seine Frau Ok-Hi Lee zum zweiten Mal.

Dabei haben beide Pianisten bereits alle großen Bühnen dieser Welt erlebt, Prof. Meister trat als Solist mit über 40 Orchestern auf und darf sich inzwischen dienstältester Rektor einer Musikhochschule Deutschlands nennen. Zu Mannheim pflegt die Musikschule eine gute Beziehung, nicht zuletzt durch das Netzwerk Amadé, das jungen Musikern eine Bühne bieten soll und durch Prof. Meister mitbegründet wurde. Bei diesem Konzert durften Schüler dem „Meister“ selbst lauschen.

Auf dem Programm standen neben Werken von Johannes Brahms und Franz Schubert auch die französischen Meister, die mit ihrer Leichtigkeit und Frische „wunderbar zum Wetter passten“, so Ok-Hi Lee nach dem Konzert. Mit ruhigen und ernsten „Intermezzi“ von Brahms eröffnete Meister das Konzert. Besonders das dritte aus op. 117 erschien mit einem ungewöhnlich anmutenden Thema, das Meister mit Bedacht immer weiterspann.

Dem aufmerksamen Publikum gewährte er einen Blick in die Schönheiten der Kompositionen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Genauso viel Respekt zollte das Klavierduo dem Komponisten Franz Schubert. Als „Höhepunkt der gesamten vierhändigen Klavierliteratur“ bezeichnete Meister die Fantasie f-Moll D 940. Im Primo gab er dem klagenden Thema einen zurückhaltenden Klang, der bei den Akkorden schnell an Tragik hinzugewann. In flottem Tempo fügten sich die Bewegungen der 20 Finger perfekt ineinander, die seit mehr als 25 Jahren zusammenspielen, „also seit wir verheiratet sind“ sagt Ok-Hi Lee.

Große Melodiebögen

Bevor das Klavierduo wieder zusammen die Bühne betrat, präsentierte Meister ein weiteres Solostück in der Tradition des Pariser Salons: In Gabriel Faurés sechster Nocturne spannte er große Melodiebögen, die in einen flimmernden und funkelnden Klangteppich mündeten. Mit vorgegebenen Bildern erfuhr das Publikum die Geschichte um die kleine Dolly. Charmante kurze Stücke von Fauré beschrieben die Welt des kleinen Mädchens in Klaviermusik zu vier Händen, vom neckischen Bruder bis zur lustigen Hündin. Im Dreivierteltakt brachte das Pianistenpaar auch das Publikum in Schwung.

Mit warmem Klang im Primopart brachte Ok-Hi Lee auch Maurice Ravel zum Strahlen. Die Zuhörer, unter denen sich viele Studenten und weniger Kinder versammelt hatten, hörten mit offenen Augen und Ohren den Geschichten zu. Als Zugabe entließ das Pianistenpaar mit einem energischen Stück aus der Petite Suite von Claude Debussy in den warmen Sommerabend. vl

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