Schwetzingen

Volkshochschule Beim Arzt-Patienten-Forum geht's um die Schilddrüse / Viel Raum für Fragen

Kleines Organ mit einer großen Wirkung

Zahlreiche Besucher haben sich im Palais Hirsch eingefunden, um einiges Wissenswertes zur Schilddrüse zu erfahren. "Kleines Organ, aber mit großer Wirkung" war der Vortrag betitelt, den die Referentinnen Dr. Gudrun Leidig-Bruckner, Fachärztin für Nuklearmedizin, und Prof. Dr. Karin Frank-Raue, Fachärztin für Innere Medizin, beide aus Heidelberg, hielten.

In einer Powerpoint-Präsentation erläuterten sie anhand von Grafiken und Bildern die Schilddrüsen-Anatomie, ihre Funktion, Erkrankung und Therapie. Obwohl die Schilddrüse so klein ist, hat sie die bedeutende Aufgabe, Hormone zu bilden, mit denen der Körper eine ganze Reihe von verschiedenen Vorgängen reguliert.

Volkshochschulleiterin Gundula Sprenger zeigte sich sehr erfreut über das große Interesse am Thema und betonte die langjährige Kooperation ihres Hauses mit dem "hochgeschätzten Ansprechpartner in Sachen Planung und Moderation, Dr. Heiner Christian Münch, Facharzt für Urologie aus Dossenheim, "mit dem die Volkshochschule in dieser Reihe äußerst erfolgreich Vorträge mit Fachärzten aus der Region zu medizinischen Themen veranstaltet habe", so Sprenger. "Das volle Haus", sagte auch Dr. Münch, "zeige, dass sich viele Menschen für diese Problematik interessieren, leidet doch ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland unter einer Fehlfunktion der Schilddrüse".

Nervosität bei Überfunktion

Dr. Leidig-Bruckner gab im ersten Teil einen Überblick, wie die Schilddrüse funktioniert, wie die Diagnose gestellt wird und wie es mit Fehlfunktionen aussieht, Dr. Frank-Raue ging mehr auf die Veränderung der Knoten und die damit verbundenen Erkrankungen ein. An Bildern zeigte Leidig-Bruckner, wie man eine Schilddrüse untersucht und wie die Größe, das Aussehen und die Funktion des Organs festgestellt werden können.

Was die Größe betrifft, ist bei der Untersuchung auch heute noch, im Zeitalter der Technik, Sehen und Tasten von großer Bedeutung. Eine wichtige Methode ist die Ultraschalluntersuchung und die Szintigraphie. So bekommt man einen guten Eindruck, ob krankhafte Veränderungen, ob Knoten vorhanden sind oder nicht, und wie die Durchblutung des Organs aussieht. Wenn es jedoch um die Frage geht, ob die Schilddrüse normal funktioniert, dann sei die Laboruntersuchung des Blutes geraten. Der TSH-Wert verrät, ob die Schilddrüse in ausreichendem Maß Hormone produziert und ob eine Unter- oder Überfunktion vorliegt.

Häufige Symptome der Überfunktion sind Nervosität, Haarausfall, Schwitzen, Gewichtsabnahme. Sie kann zur Basedowschen Erkrankung führen. Bei der Unterfunktion macht sich langsamer Puls oder Müdigkeit bemerkbar, Gewichtszunahme, Kältegefühl oder Depression. Wichtig sei, so die Ärztin, dass genügend Jod dem Körper zugefügt wird, das im Jodsalz oder in Seefischen vorhanden ist, und regelmäßige Kontrollen der Werte.

Arztbesuch empfehlenswert

Was die Erkrankungen der Schilddrüse betrifft, machte Dr. Karin Frank-Raute zwei Arten aus: Gewebeveränderungen wie Struma oder Kropf, Knoten, Tumore, Entzündungen oder Zysten, und die schon erwähnten Funktionsstörungen. Abhängig von der Diagnose ergeben sich unterschiedliche Therapiemöglichkeiten: medikamentöse, Radiojodtherapie oder Operation.

Dass die Erkrankungen der Schilddrüse vielen Menschen Sorge bereiten, wurde bei den Fragen aus dem Publikum deutlich. Ihnen ließen die Expertinnen viel Raum. Hilft radioaktives Jod, die Schilddrüse zu sanieren? Was ist das Hashimoto-Syndrom? Was geschieht, wenn die ganze Schilddrüse entfernt wird? Kann eine Störung erblich bedingt sein? Auf diese und weitere Fragen gingen die Ärztinnen sehr ausführlich ein, betonten jedoch dabei, dass jeder einzelne Fall etwas Spezielles sei und diese Informationen nicht den Arztbesuch ersetzen können.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel