Schwetzingen

AfD Handel und Gastronomie mit Hygienekonzepten öffnen

Kolb hält Regeln für realitätsfremd

Archivartikel

Region.Der AfD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Schwetzingen, Karlheinz Kolb, hält die Verschärfungen inmitten des ohnehin schon harten Lockdowns für „maßlos überzogen und nicht zielführend“. Das teilt er am Donnerstag in einer Pressemitteilung dieser Zeitung mit.

Menschen in Hotspots mit einem Inzidenzwert ab 200 pro 100 000 Einwohner sollen sich nur noch 15 Kilometer von den Grenzen ihres Wohnortes entfernen dürfen. Ein Haushalt darf sich zudem nur noch mit einer weiteren Person treffen. Kolb sagt: „Mit den geplanten Freiheitseinschränkungen hinsichtlich Bewegungsradius und Kontaktverboten zu mehr als einer Person außerhalb des eigenen Haushalts wird der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ignoriert. Die Einschränkung führt zu einer Zwei-Klassen-Behandlung. Während sich Menschen in Städten nahezu uneingeschränkt bewegen können, werden Bürger auf dem Land unverhältnismäßig stark ihrer Freiheitsrechte beraubt. Hier wird der Bogen überspannt. Darüber hinaus ist eine solche Maßnahme personell durch die Polizei flächendeckend nicht kontrollierbar“, so der AfD-Kandidat.

Außerdem kritisiert der Ketscher die geplante Verlängerung von Schulschließungen: „Viele Eltern sind durch die Herausforderungen sowieso schon an der Belastungsgrenze. Die Kapazitäten der Kinderbetreuung und Effizienz des Homeschoolings sowie die Toleranz des eigenen Arbeitgebers sind nicht unendlich dehnbar. Vielen Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals. Einschränkungen machen nur Sinn, wenn sie zielgerichtet Lebensbereiche und Aktivitäten in den Fokus nehmen, die Treiber des Infektionsgeschehens sind. Gastro- und Hotelgewerbe, Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen mit ausgeklügelten Hygienekonzepten gehören den Erkenntnissen nach nicht dazu.“

Kolb fordert deshalb: Keine Verbote für den Aufenthalt im Freien bei Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln und keine Sperrstunde. Ein schlüssiges Konzept für den Schulbetrieb. Gastronomie, Hotels, Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen mit guten Hygienekonzepten sollte man öffnen – mit Abstand und Maske – und bei Hotels mit begrenzter Belegung. Einschränkungen im Privatbereich bei Feiern mit mehreren Haushalten seien sinnvoll und zielführend – aber die Begrenzung auf eine Person sei übertrieben. Neben dem Inzidenzwert müssten weitere Kennzahlen herangezogen werden. Testkapazitäten sollten sinnvoll eingesetzt werden (PCR-Tests nur bei Symptomen oder für über 65-Jährige). Besonderen Schutz müsse es für Bewohner und Pfleger in Pflegeheimen und von Risikogruppen geben. Schnelltests für die Bevölkerung für zu Hause (mit Anweisung, bei Symptomen den PCR-Test zu machen und in Quarantäne zu gehen). Die gesamte Bevölkerung solle kostenlose FFP2-Masken erhalten und die Regierung müsse endlich genug Impfstoff beschaffen. zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional