Schwetzingen

Konstruktiv bleiben

Gert Häusler über seltene Vorbilder im politischen Diskurs

Im stetigen Strom der manchmal nur noch schwer zu ertragenden täglichen Nachrichten hat mich ein Bericht rund um den Tod von Ex-Präsident George Bush berührt und nachdenklich gemacht. Nachdenklich, weil es eigentlich etwas Selbstverständliches sein sollte: Obwohl ihm Bill Clinton, als politischer Gegner, durch seinen Wahlsieg eine zweite Amtszeit verwehrte, gratulierte Bush nach der Wahl fair und nannte Clinton öffentlich „seinen“ Präsidenten.

Später, als auch Clinton Ex-Präsident war, hat sich zwischen beiden sogar ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Beide Präsidenten haben in ihrer Amtszeit – jeder für sich – gute Entwicklungen angestoßen, aber auch Fehler gemacht und umstrittene Entscheidungen getroffen. Was sich heute aber bei Amtsträgern zeigt, sind gewollte persönliche Verunglimpfungen, Drohungen gegen Andersdenkende, aufhetzen von Anhängern, schüren von Hass nicht nur in den eigenen Ländern, sondern oftmals massiv gegen die Staaten, die nicht „auf Linie“ sind. Eine Entwicklung die man fürchten muss. Respekt im Umgang, nicht Rüpelei und blinde Egomanie, können sicher nicht alle Probleme lösen, aber dazu beitragen, dass man konstruktiv „gesprächsfähig“ bleibt. Es wäre schön, wenn das ein Vermächtnis von George Bush sein könnte.

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