Schwetzingen

Im Interview Florentina Ionescu gibt den Teilnehmern beim Happyness-Workshop Tipps, um Endorphine im Körper freizusetzen / Optimismus und Yoga sind ihr Geheimrezept

„Lachen ist der beste Weg zum Glück“

Archivartikel

Wie werde ich glücklich und was macht mich glücklich? Diese Fragen will Florentina Ionescu bei ihrem Happiness-Workshop „Ist Glück eine Glückssache“ in der Volkshochschule am Freitag, 10. Mai, beantworten. Uns hat sie im Interview verraten, welchen Menschen es leichter fällt, glücklich zu sein und was ihre Methoden für ein erfülltes Leben sind.

Frau Ionescu, was macht sie selbst richtig glücklich?

Florentina Ionescu: Das Lachen! Ich mache ja auch Lachkurse. Also es sind viele Dinge, aber das ist für mich der schönste Weg, glücklich zu werden.

Wie funktioniert denn die Biochemie des Glücks?

Ionescu: Das wurde von Forschern wissenschaftlich nachgewiesen, wenn man sich wohlfühlt, dann gibt es im Blut mehr Glückshormone, die Atmung läuft besser, die Muskulatur entspannt sich, Stresshormone werden abgebaut und die Wissenschaftler haben auch eine Immunstimulation festgestellt.

Im Workshop wollen Sie den Teilnehmern das Glücksgen zeigen. Was ist das?

Ionescu: Ein Glücksgen gibt es natürlich nicht, aber es gibt einen Persönlichkeitstyp und verschiedene Faktoren, die den Menschen glücklich machen. Wir reden dann über die Klassiker wie Geld, Gesundheit und Schönheit. Aber das geht nur bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann ist das Glück vom Geld oder der Gesundheit nicht mehr so stark abhängig, weil vieles zur Gewohnheit wird. Aber drei Faktoren sind sehr wichtig: Soziale Beziehungen, Arbeit und Hobby und der Persönlichkeitstyp – deshalb ist das Glücksgen dafür eine Metapher.

Also liegt das Glück nicht wirklich in den Genen?

Ionescu: Doch. Durch die Persönlichkeit ist es für manche Menschen leichter, glücklich zu sein und für andere schwerer. Es gibt ein paar Merkmale, die besonders bei glücklichen Menschen gefunden wurden. Ein gesundes Selbstwertgefühl, Optimismus, Humor, Extraversion, ein gewisses Organisationstalent, Vielseitigkeit, Neugierde – und auch Realitätssinn. 40 bis 50 Prozent der Lebenszufriedenheit hängt in etwa davon ab. Natürlich kann man daran auch arbeiten.

Arbeiten die Teilnehmer Ihres Kurses daran?

Ionescu: Ja, einerseits gibt es kleine Tipps, die kurzfristig etwas bringen und die sie auch zuhause machen können und dann zeige ich auch große Strategien, für die langfristige Lebenszufriedenheit. Wir üben Atemtechniken aus dem Yoga und auch Bewegungen aus dem Lachyoga – denn lachen gehört für mich einfach zum Thema Glück. Außerdem trainiere ich ihr Farbbewusstsein und wir diskutieren auch darüber.

Was heißt das genau? Dass die Farbe Gelb besonders glücklich macht?

Ionescu: Glücklich nicht direkt, aber die Farben haben einen bestimmten Effekt. Warme Farben aktivieren beispielsweise und es gibt entspannende Farben wie Blau und Grün. Forscher haben gemessen, wie der Puls und die Atmung auf diese Farben reagiert. Wenn man in einem roten Raum lange bleibt, wird man zum Beispiel unruhig. Auch Aromen spielen eine Rolle. Emotionen werden in der Nähe des Geruchszentrums verarbeitet. Deswegen reagieren wir bei gewissen Düften durch unsere Erinnerungen mit Emotionen – und wissen teilweise gar nicht warum.

Welche Aromen haben Sie dann dabei?

Ionescu: Meistens Rosmarin, das ist anregend, oder auch Waldluft. Die beiden sind eher ausgleichend. Wir machen außerdem eine kurze Meditation des inneren Lächelns.

Und was bringt langfristig etwas?

Ionescu: Da habe ich zwei Autoren, mit verschiedenen Theorien. Mihály Csíkszentmihályi sagt, wir sollen im Flow-Kanal leben. Das ist die Zone, wo man weder überfordert noch gelangweilt ist. Also, nicht zu viel in der Routine- oder Stresszone. Und wir diskutieren darüber, wie sich dieser Flow anfühlt. Das Gehirn ist in dieser Zeit sehr fokussiert, aber auch sehr sparsam, weil einzelne Regionen nicht gebraucht werden. Wir fühlen uns wohl und arbeiten dann auch effektiv – das ist seine Theorie. Der zweite Autor ist Daniel Goleman, er beschäftigt sich mit der emotionalen Intelligenz. Am sinnvollsten ist es, mit Lob, Anerkennung oder konstruktiver Kritik zu kommunizieren. Man profitiert davon privat, aber auch beruflich.

Sie glauben also, wer seinen EQ trainiert, ist zufrieden?

Ionescu: Wenn man mit eigenen und fremden Emotionen besser umgehen kann, ist das natürlich sinnvoll. Und bei vielen Situationen im Leben hilfreich.

Was würden Sie jemandem raten, der sagt, er sei vom Pech verfolgt?

Ionescu: Auch jemand der pessimistisch ist, hat Vorteile. Oft sind diese Menschen vorsichtiger und deshalb passiert ihnen nicht so viel Schlimmes. Einige machen dabei auch einen Unterschied und sagen, es kommt nicht darauf an, reines Glück anzustreben, sondern ein erfülltes Leben.

Sie würden das Glück und ein erfülltes Leben trennen?

Ionescu: Nicht radikal trennen, aber es ist eine andere Nuance. Man kann ja auch aus einer negativen Erfahrung etwas lernen und denken ,es war gut, dass es so gekommen ist’ – und das ist ja dann eigentlich kein Glücksmoment und trotzdem sind solche Erfahrungen wichtig.

Info: Den Happyness-Workshop gibt es in der Volkshochschule am Freitag, 10. Mai. Anmeldung noch bis Montag, 6. Mai, unter www.vhs-schwetzingen.de.

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