Schwetzingen

Lauter nette Menschen

Was waren das herrliche Tage in Schottland? Nicht nur wegen des guten Whiskys und der herrlichen Landschaft – auch wegen der Menschen. Wenn sie unser Wohnmobil nur aus der Ferne gesehen haben, hielten sie auf den schmalen Sträßchen schon in der übernächsten Ausbuchtung an und gaben uns die Lichthupe. Nicht wie in Deutschland, um sich zu beschweren und zu drängeln, sondern um uns das Zeichen zu geben, das wir weiterfahren sollen. Und wenn man passierte, dann wurde freundlich gewinkt. Selbst Lkw-Fahrer bremsten selbstlos und strahlten, wenn man für sie ganz an den Rand gefahren ist.

Kein Dorf ohne ein oder zwei Pubs. Man geht rein, wird gleich als neues Gesicht registriert und mit „How are you“ („Wie geht’s“) begrüßt und alsbald ist man in ein Gespräch über Fußball, den örtlichen Lord, das Königshaus, den Lieblingswhisky, die eigenen Urlaube in Deutschland oder die Hirsche, Hasen oder Fasane, die immer mal die Straße kreuzen, verwickelt. Und selten geht’s ohne Einladung fürs nächste Pint Tennents oder Belhavens Best zu Ende. Bloß gut, dass die Biere zwar süffig sind, aber nur 3,2 bis 4 Prozent Alkoholgehalt haben.

Herzerfrischend, dass die älteren Herren in Schottland nicht, wie bei uns in den letzten Jahren so üblich geworden, frustriert auf die eigene Regierung schimpfen. Da wird Schottland gepriesen, Vorteile aufgezählt, den Briten mal ein Seitenhieb für den „stupid Brexit“ verpasst und das Leben genossen.

Ich hab’ mal einen gefragt, was er so Rente bekommt: „Knapp 250 Pfund die Woche“, hat er geantwortet: „Aber ich hab’ ja noch meinen Garten.“ Schon zückt er seinen Geldbeutel, bezahlt am Tresen 11 Pfund für drei Pints für sich und die neuen „German friends“, erzählt von der letzten Kreuzfahrt auf dem Rhein vor acht Jahren mit seiner Frau, die dann leider im Jahr drauf verstorben sei. Die nächste Runde ging natürlich auf uns und auf sein Anne – Gott hab’ sie selig.

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